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Automobilhersteller verlagern Produktion immer stärker in die Schwellenländer

    Frankfurt/Main (ots) -

    PwC-Untersuchung zeigt: Automobilmontage in Industrieländern     stagniert / 84 Prozent des globalen Fertigungszuwachses stammt     künftig aus Schwellenländern / Auch Zulieferer sind gezwungen,     Werke zu verlagern

    Zusätzliche Fertigungskapazitäten wird die Automobilindustrie künftig fast ausschließlich in Wachstumsmärkten aufbauen. 84 Prozent des Zuwachses bei der Montage von Pkws und Kleinlastwagen sollen zwischen 2005 und 2010 aus Schwellenländern stammen. Zu diesem Ergebnis kommt das Automotive Institute von PricewaterhouseCoopers in seiner jüngsten Erhebung "Light Vehicle Assembly Outlook". "Einige Automobilhersteller reagieren mit Kapazitätseinsparungen in entwickelten Märkten auf verloren gegangene Marktanteile", analysiert Karl Gadesmann, Automotive Leader bei PwC Deutschland die Umschichtung. "Andere Automobilhersteller verlegen Fertigungsstätten in billige Exportstandorte - besonders Mexiko, Zentraleuropa oder China - um wettbewerbsfähig zu bleiben."

    Hauptantriebsquelle der Verlagerung von Montagewerken bleibt aber die hohe Wachstumserwartung. "Viele Schwellenländer stehen erst am Anfang eines Autobooms, so dass es für die Unternehmen Sinn macht, vor Ort Fahrzeuge zu montieren", sagt Gadesmann. Selbst Firmen, die eine ausgewogene Expansionspolitik betreiben, gewichten den Anteil von Wachstumsmärkten über. Toyota fertigt beispielsweise 58 Prozent der Leichtfahrzeuge in den sogenannten "Emerging Markets".

    Europa - Wachstum dank neuer Mitgliedsstaaten

    In Europa sollen von 2005 bis 2010, so die PwC-Analye, zwei Millionen zusätzliche Fahrzeuge montiert werden. Das wären 21 Prozent des weltweiten Fertigungszuwachses von 9,1 Millionen Einheiten. Der größte Teil dieses Wachstums wird aber nicht in den Konzern-Mutterländern wie Frankreich oder Deutschland erzielt, sondern in den neuen EU-Mitgliedsstaaten. Während in Deutschland die jährliche Wachstumsrate von 2005 bis 2010 bei 1,5 Prozent und in Frankreich nur bei 0,5 Prozent liegen wird, führt die Tschechische Republik mit einer Rate von 13 Prozent in dieser Zeit die Liste der 20 wichtigsten automobilproduzierenden Länder an. Grund hierfür sind Investitionen von Toyota-PSA, Hyundai und VW, die Werke in Tschechien aufbauen.

    45 Prozent des gesamten Zuwachses werden in der Asien-Pazifik-Region stattfinden. Osteuropa steuert nur neun Prozent des Gesamtwachstums bei, expandiert aber deutlich schneller. So erwarten die PwC-Analysten für Osteuropa eine Wachstumsrate von durchschnittlich sechs Prozent pro Jahr. Die BRIC-Länder, also Brasilien, Russland, Indien und China, werden gemeinsam 44 Prozent der neuen Montagekapazitäten beitragen, wobei Brasilien mit zwei Prozent Wachstum zu den Nachzüglern gehört. In Lateinamerika ist stattdessen Mexiko für Automobilhersteller interessant geworden, die nach Kostenreduktion und Gewinnmaximierung streben. Die Montagezahlen werden dort bis zum Ende der Dekade um insgesamt 32 Prozent wachsen.

    Drei Automobilhersteller generieren 50 Prozent des Wachstums

    Annähernd die Hälfte des globalen Fertigungszuwachses wird auf Toyota (20 Prozent), Renault-Nissan (15 Prozent) und Hyundai (14 Prozent) entfallen. Alle drei Autohersteller bauen Fertigungsstellen außerhalb ihrer Heimatmärkte aus. Die Errichtung neuer Montagewerke übt allerdings weiteren Druck auf die heimischen Fabrikauslastungen aus. Zeichen für die Verlagerung von entwickelten Märkten in Wachstumsmärkte zeigen sich vor allem in Südkorea, Kanada und Großbritannien. Alle drei Länder gehören zu den zehn größten Automobilfertigungsländern. Sie verzeichnen aber bis 2010 rückläufige Produktionszahlen. Auch Japan stagniert bei einer Rate von lediglich 0,4 Prozent.

    Doch neben den Chancen gibt es auch Risiken in den Schwellenländern: Die Märkte dort sind von Natur aus unberechenbar, risikobehaftet und zwingen die Automobilbauer, effektive Versorgungsketten zu errichten, warnt PwC. Das Streben nach Kosteneffezienz und Produktsynergien wird mehrere Hersteller dazu bringen, strategische Partnerschaften zu prüfen. Hierzu gehören Gemeinschaftswerke, Technologieaustausch oder formalisierte Kapitalbeteiligungen. Die Expansionspolitik in Schwellenländer hat auch Auswirkungen auf die Zulieferer der Automobilbranche. "Sie sind künftig immer stärker gezwungen, ihre Geschäftsfelder an die Kundenerwartungen anzupassen und in die Nähe der Produktionsstandorte zu verlagern", sagt Gadesmann.

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