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SPD-Vorsitzender Platzeck im "ZDF-Mittagsmagazin": Politik muss demographische Entwicklung beachten

Mainz (ots) - Auf die Bedeutung des demographischen Faktors für die Politik hat der SPD-Vorsitzende und Ministerpräsident von Brandenburg, Matthias Platzeck, hingewiesen. "Ich glaube das, was in den letzten Jahren angelaufen ist, sind alles schon Schritte, die in diese Richtung gehen", sagte Platzeck im "ZDF-Mittagsmagazin" am 15. März 2006. Auch die Rente mit 67 sei eine klare Reaktion auf diese demografischen Herausforderungen. Die von den Wissenschaftlern gewünschte "Schalterstellung" - nach dem Motto: "Wir legen den Schalter um und machen alles anders" - werde jedoch nicht funktionieren. "Das wird nicht gehen." Aber die Politik müsse bei jedem Schritt, den sie jetzt in der Stabilisierung der Sozialsysteme gehe, "die demographische Herausforderung als Hauptpunkt im Auge haben". Platzeck räumte ein: "Wir haben mit Sicherheit zu lange gewartet."

Brandenburg habe das Problem der niedrigen Geburtenrate in verschärfter Form, denn in Ostdeutschland sei es bereits im Jahr 1990/91 zu einem Geburtenknick gekommen. Zu diesem Zeitpunkt sei die Geburtenrate bedingt durch die unsichere Situation vieler Menschen im Osten teilweise um 60 Prozent zurückgegangen. Dazu komme, dass Jahr für Jahr Zehntausende junger, zum Teil gut ausgebildeter Menschen aus Ostdeutschland nach Westdeutschland gingen, da sie sich dort bessere Möglichkeiten erhoffen, so Platzeck im "ZDF- Mittagsmagazin". "Das fehlende demographische Echo wird uns noch doppelt und dreifach später erreichen", warnte Platzeck. "Wir wissen, dass alles, was wir machen, seine Wirkzeiten erst in einigen Jahrzehnten haben wird, und deshalb glaube ich trotzdem, wir dürfen uns nicht diesem Schicksal ergeben. Wir sind gut beraten, viel mehr für die Familienfreundlichkeit in diesem Land, für Kinder, materiell, aber auch klimatisch zu tun."

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