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ZDF-Magazin "WISO": Notruf in Behörden-Aufzügen oft mangelhaft Stichprobe: Technische Defekte und schlechte Organisation führen zu langen Wartezeiten

    Mainz (ots) - In Berliner Behördengebäuden gibt es Mängel bei der Rettung aus steckengebliebenen Aufzügen. Das ist das Ergebnis einer Stichprobe des ZDF-Wirtschaftsmagazins "WISO" in sechs Berliner Behörden. Am schlechtesten schnitt das Bezirksamt Mitte ab. Das Notrufsystem hatte versagt, es gab keine Rettung. Der Kameramann musste nach einer Stunde einen Mitarbeiter der Behörde zu Hilfe rufen. Danach vergingen noch weitere 30 Minuten, bis die Tester frei waren. In einem anderen Gebäude saßen die Eingeschlossenen nach dem Notruf 25 Minuten fest, in drei weiteren Fällen mussten sie sogar 40 bis 45 Minuten warten. Nur im Bezirksamt Charlottenburg wurden die Tester in einer angemessenen Zeit von 16 Minuten befreit.

Der Ablauf der Rettungsaktion war in fünf von sechs Fällen mangelhaft. Im Finanzamt Wilmersdorf hat der Pförtner den Notrufton mehrfach ignoriert und sogar ausgeschaltet. Nur im Bezirksamt Charlottenburg verlief die Rettung planmäßig.

Fünf Notruf-Systeme wiesen technische Mängel auf. In drei Fällen war der Notrufton für die Eingeschlossenen nicht zu hören. Das ist häufig eine Ursache für Panik in steckengebliebenen Aufzügen. Außerdem konnten die Tester nur in zwei Gebäuden eine Belüftung zuschalten.

Die Betreuung von außen war nur im Bezirksamt Charlottenburg akzeptabel. In drei Gebäuden wurden die Eingeschlossenen überhaupt nicht über den Fortgang der Rettungsaktion informiert. Im Finanzamt Wilmersdorf und im Bezirksamt Mitte kam nicht einmal ein Sprechkontakt zustande.

Selbst die Rettung war in einem Fall mangelhaft: Im Bezirksamt Mitte wurden die Eingeschlossenen über eine Leiter gerettet.

"WISO" berichtet am Montag, 21. November 2005, 19.25 Uhr. Moderation: Michael Opoczynski

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