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"planet e."-Dokumentation im ZDF: Verdämmt und zugeklebt" über Deutschland im Dämmwahn

Marco Wiegand entfernt die Wärmedämmung aus Polystyrol in Eigenarbeit von seiner Hausfassade. Darunter erscheinen Kacheln, die originale Fassade, die ein Bauhaus-Architekt in den 1930er Jahren entworfen hatte. Honorarfrei - nur für diese Sendung bei Nennung ZDF und Franca Leyendecker Weiterer Text über... mehr

Mainz (ots) - Deutschland und der Klimaschutz: Bis zum Jahr 2050 soll der gesamte deutsche Hausbestand klimaneutral sein. Um Energie zu sparen, wird gedämmt, was das Zeug hält. Doch mittlerweile ist das Dämmen höchst umstritten. In der "planet e."-Dokumentation "Verdämmt und zugeklebt", die am Sonntag, 15. März 2015, 14.55 Uhr, im ZDF zu sehen ist, geht Autor Berndt Welz dem "Dämmwahn" auf den Grund.

Seit Jahren forciert die Bundesregierung mittels Verordnungen, Gesetzen und Fördermaßnahmen die Wärmedämmung als Allzweckwaffe gegen den Klimawandel. Wer dämmt, praktiziere nicht nur aktiven Klimaschutz, sondern spare auch Energiekosten. Häuslebauer und Hauseigentümer werden mit zinsgünstigen Darlehen und Rechenspielen über das vorgeblich enorme Energiesparpotenzial geködert. Das zeigt Wirkung: Mittlerweile kleben fast eine Milliarde Quadratmeter Wärmedämmverbundsysteme (WDVS) an deutschen Hauswänden. Für die Entsorger ist Deutschlands Dämmwahn ein Milliardengeschäft. Könnte das Erdölprodukt recycelt werden, wäre das zumindest gut für das Klima. Doch weit gefehlt: Am Ende gelangen durch das Verbrennen von Polystyroldämmungen wieder enorme Mengen Kohlendioxid in die Atmosphäre.

Aber nicht nur Neubauten sollen gedämmt werden. Die Energieeinsparungsverordnung der Bundesregierung zwingt Eigentümer von Altbauten dazu, die Fassaden zu dämmen, wenn lediglich neu verputzt werden soll. Die Rechnung zahlen in alten Mehrfamilienhäusern die Mieter, die für die Modernisierungsmaßnahmen der Hausbesitzer ordentlich zur Kasse gebeten werden können - Mieterhöhungen bis zu 40 Prozent sind keine Seltenheit. Diese Fehlentwicklung wird mittlerweile auch in der Politik wahrgenommen. Im Interview mit "planet e." stellt Thorsten Herdan, Abteilungsleiter im Bundeswirtschaftsministerium, fest: "Wenn Effizienzmaßnahmen vorgenommen werden, dann muss der Mieter und der Vermieter davon profitieren. Wenn wir Gesetze haben und es stellt sich raus, das sich (...) Wohnungsgesellschaften auf Kosten dieser Gesetze gesund stoßen, indem sie ihre Werthaltigkeit ihrer Immobilie erhöhen und das als Effizienzmaßnahme deklarieren und diese dann wieder auf den Mieter umlegen, dann haben wir in der Tat mit Zitronen gehandelt, und dann werden wir auch eingreifen."

Viele Hausbesitzer kommen mittlerweile ins Grübeln. Marco Wiegand aus Zeuthen bei Berlin handelt schon: An seinem gedämmten Kamin haben sich Algen breitgemacht, schon oft mussten Handwerker Spechtlöcher stopfen. Er befreit sein Haus von der acht Jahre alten Fassadendämmung. Dämmexperte Andreas Brückner von der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe ist von ökologischen Dämmmaterialien wie Zellulose, Hanf oder Holzfaserplatten überzeugt. Sie wachsen nach und manche können kompostiert oder sogar recycelt werden.

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