Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND)
++ BUND: Ja zur Stärkung der Natürlichen Infrastruktur – Entwurf der Bundesregierung enttäuschend ++
Kommentar
8. Juli 2026 | 111
BUND-Pressestelle
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BUND: Ja zur Stärkung der Natürlichen Infrastruktur – Entwurf der Bundesregierung enttäuschend
Zum Entwurf des Gesetzes zur Stärkung der Natürlichen Infrastruktur (NatInfG) und zur offiziellen Länder- und Verbändeanhörung erklärt Verena Graichen, Geschäftsführerin Politik beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND):
„Mit diesem Gesetz schützt die Regierung die Natur und unsere natürlichen Lebensgrundlagen nicht ausreichend. Dabei hätte es ein dringend benötigter Schritt für den Naturschutz sein können. Von dem als Gegenstück zum sogenannten Infrastrukturzukunftsgesetz geplanten Gesetz zur Stärkung der natürlichen Infrastruktur ist aber nicht mehr als Stückwerk übrig geblieben. Die Bundesregierung macht damit deutlich: Der Naturschutz ist für sie nur noch ein Anliegen zweiter Klasse.
Beschleunigungen beim Bau von Bundesstraßen und Autobahnen dürfen nicht auf Kosten unserer grün-blauen Lebensadern gehen. Doch genau das passiert: Ökosysteme werden geopfert, während Artensterben und Klimakrise sich verschärfen. Wir rufen Bund und Länder auf, sich für unsere natürliche Lebensgrundlage einzusetzen. Wenn jetzt nicht nachgebessert wird, dann werden wir einen hohen Preis für die Bau-Beschleunigung zahlen.
Wir brauchen ein ambitioniertes Gesetz, das Naturschutz endlich gleichberechtigt neben Wirtschaft und Verkehr stellt. Sonst bleibt am Ende nur eine Landschaft aus Beton und eine Gesellschaft, die ihre eigene Lebensgrundlage zerstört.“
Hintergrund:
Während überall in Deutschland neue Autobahnen, Bundesstraßen und Bauprojekte Vorfahrt unter anderem durch das Infrastruktur-Zukunfts-Gesetz bekommen, die die Natur ungebremst zerstören und zerschneiden dürfen, wird zu wenig dafür getan diese Eingriffe in unsere natürlichen Lebensgrundlagen entsprechend wieder auszugleichen.
Unsere Wälder, Wiesen und Flüsse dürfen kein Verhandlungsgegenstand sein, sondern sind ein Grundrecht für uns und zukünftige Generationen. Der BUND fordert:
- Eine wirkliche Stärkung der natürlichen Infrastruktur sowie die effektive Verwendung von Fördermitteln und Mitteln aus der Ersatzgeldzahlung für einen landesweiten Biotopverbund.
- Eine ortsnahe Kompensation im betroffenen Naturraum.
- Unterstützung der Bundesländer für die Bewältigung der ökologischen Belastungen durch das Infrastrukturzukunftsgesetz.
Mehr Informationen:
- Grüne Infrastruktur schaffen! Das Handbuch Biotopverbund zeigt wie das geht
- BUND-Themenseite Naturschutz
- BUND: Natur und Umwelt dürfen nicht zusätzlichen Fernstraßen und Bauprojekten geopfert werden
- Kontakt: Christian Hönig, Abteilungsleiter Biodiversität beim BUND, Tel.: +49 30 27586-340, Mobil: +49 176 45926597, christian.hoenig(at)bund.net, Caroline Lamps, Leitung Naturschutzpolitik, Tel.: + 4930 27586-234, caroline.lamps(at)bund.net
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Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) ist mit mehr als 676.000 Mitgliedern und Unterstützer*innen einer der größten Umweltverbände Deutschlands. Seit über 50 Jahren engagiert er sich unter anderem für eine ökologische Landwirtschaft, den Klimaschutz, den Schutz bedrohter Arten, des Waldes und des Wassers. Finanziert durch Spenden und Mitgliedsbeiträge ist der BUND unabhängig von Politik und Wirtschaft.
Hrsg.: Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) e.V., Nicole Anton (v.i.S.d.P.), Kaiserin-Augusta-Allee 5, 10553 Berlin