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Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)

DBU: Mittelalter-Malereien rekonstruiert

DBU: Mittelalter-Malereien rekonstruiert
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In Frankfurt/Oder waren mittelalterliche Außenwandmalereien an einer überbauten Fassade der Nikolaikirche (heute: Friedenskirche) mehr als 650 Jahre beinahe in Vergessenheit geraten. Mit Unterstützung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) haben Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Fachhochschule (FH) Potsdam die Malereien ausgiebig und mit innovativen Methoden untersucht und rekonstruiert. Eine aktuelle Ausstellung informiert über die Ergebnisse des Projekts.

Hiermit senden wir Ihnen eine Pressemitteilung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt. Über eine Veröffentlichung freuen wir uns.

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Fast vergessene Malereien aus dem Mittelalter zu neuem Leben erweckt

DBU-Serie zu Projekten in ostdeutschen Bundesländern

Osnabrück. Bereits die Anfänge der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) vor nunmehr 35 Jahren sind eng mit Projektförderungen in den ostdeutschen, damals „neuen“ Bundesländern verbunden – für mehr Klima- und Umweltschutz im Einsatz gegen den menschengemachten Klimawandel. In lockerer Reihenfolge stellt die DBU verschiedene wegweisende Vorhaben in den fünf Bundesländern vor. In Frankfurt/Oder waren mittelalterliche Wandmalereien an einer Kirchenfassade mehr als 650 Jahre beinahe in Vergessenheit geraten. Mit Unterstützung der DBU haben Wissenschaftler der Fachhochschule Potsdam (FHP) die Malereien mit innovativen Methoden untersucht. Eine Ausstellung zeigt nun den Originalzustand des Giebels.

Prächtige Malereien über Jahrhunderte praktisch vergessen

Weit ins Land und über die nahe Oder hinaus grüßten die prächtigen Malereien an der St. Nikolaikirche (heute: Friedenskirche) in Frankfurt/Oder ab etwa dem Jahr 1310. Ein Anblick, der allerdings nicht lange Bestand haben sollte: Um 1370 vergrößerten die Kirchenherren den Chortrakt. An den Giebel mit den Malereien wurde ein Dach angesetzt. Die 26 Bildnischen befinden sich seither an einer Innenseite im Dachstuhl, wo sie über Jahrhunderte in Vergessenheit gerieten – diesen Schluss zumindest legt die Quellenlage nahe. Erst im frühen 20. Jahrhundert wurden die mittelalterlichen Kunstwerke bei einer Kircheninventur wieder erfasst. Die Frankfurter Malereien gelten als besonders wertvoll. Ihr Schicksal ist indes kein Einzelfall: Allein in Brandenburg sind heute sechs Kirchen bekannt, an denen ehemalige Außenwandmalereien überbaut wurden. Nicht klar war bislang deren Erhaltungszustand und -bedarf sowie der Schädigungsgrad durch Umwelteinflüsse. „Es handelt sich bei den Malereien um national bedeutsame Zeugnisse des Mittelalters“, erklärt DBU-Generalsekretär Alexander Bonde. „An der Nikolaikirche in Frankfurt bot sich die Chance, gemeinsam mit vielen Expertinnen und Experten neue, objektschonende Ansätze zu entwickeln, um Aussagen über den Erhaltungszustand und den Schutzbedarf der Malereien zu treffen und dabei insbesondere umwelt- und klimabedingte Schäden zu untersuchen“, so Bonde.

Mit moderner Technik: erstmals Rekonstruktion von 26 mittelalterlichen Bildern in der Friedenskirche

Mit rund 250.000 Euro hat die DBU das Forschungsprojekt unter Federführung der FH Potsdam in den vergangenen vier Jahren gefördert. Die Wissenschaftler lieferten unter anderem erstmals eine exakte Rekonstruktion der 26 Bilder, die im Laufe der Jahrhunderte ihre ursprüngliche Farbe weitgehend verloren haben. „Durch den breiten Einsatz von Multispektralkameras konnten wir zeigen, wie prächtig und eindrucksvoll die Malereien in ihrem ursprünglichen Zustand gewesen sind“, erläutert FHP-Projektleiter Prof. Dr. Jan Raue. Er und sein Team stellten zudem fest, dass die Farbpigmente mit den klimatischen Schwankungen im Dachstuhl gut zurechtkommen und die Bildnisse dort vor schädlichen Umwelteinflüssen relativ geschützt sind. „Wir haben zwar Gipsbildungen und Rußschichten auf Farbpigmenten vorzuliegen. Sie gehen wahrscheinlich bereits auf die Zeit vor den Kirchenausbau um 1370 zurück und sind insofern interessante Zeugnisse mittelalterlicher Umweltverschmutzung“, sagt Raue. Mit hohem Aufwand sei es im Projekt gelungen, den schwer begehbaren Dachstuhl für ein originalgetreues 3D-Modell des überbauten Portals mit den Bildnischen zu vermessen. Das ist auch zentraler Bestandteil einer Ausstellung, die ab dem 13. September in der früheren Nikolaikirche Eindrücke zum Projekt und zur ursprünglichen Strahlkraft der mittelalterlichen Malereien vermitteln soll. Deren Standort selbst kann aufgrund der schweren Zugänglichkeit nicht besichtigt werden.

Ergebnisse mit Mehrwert

Für die zuständige DBU-Fachreferentin Constanze Fuhrmann sind die bislang bekannten Ergebnisse sowie deren öffentliche Präsentation gelungene Schlusspunkte eines Projektes mit innovativer Ausrichtung. Denn laut Fuhrmann wurden Faktoren wie klimatische Einflüsse und Luftschadstoffe bei der Restaurierung von Wandmalereien unter besonderen klimatischen Bedingungen bislang kaum berücksichtigt. Das könnte sich nun ändern. Fuhrmann: „Was Malereien schädigt, ist oft ein Zusammenspiel von Klima, Luftschadstoffen und menschlichen Einflüssen.“ Die gewonnenen Erkenntnisse seien gut auf vergleichbare Klimaumgebungen übertragbar. Ende September läuft das DBU-Förderprojekt aus. Details über den Zustand der Objekte, den Einsatz technischer Hilfsmittel und über Auswirkungen von Klima- und Umweltfaktoren erscheinen dann in einem Abschlussbericht, hinzu kommen Fachtagung und Publikation im März 2027 sowie die Ausstellung ab dem 13. September. Neben der DBU-Projektförderung profitiert Brandenburg auch von der Arbeit des DBU Naturerbes, einer gemeinnützigen Stiftungstochter. Sie kümmert sich in diesem Bundesland um vier Flächen des Nationalen Naturerbes mit insgesamt rund 10.200 Hektar, darunter etwa die Rüthnicker Heide nordwestlich von Berlin sowie Prösa im Landkreis Elbe-Elster. Die Ziele: Wiesen, Heiden und andere offene Lebensräume durch Pflege bewahren, strukturarme Forste zu naturnahen Wäldern umwandeln und der natürlichen Entwicklung überlassen sowie Feuchtgebiete und Gewässer erhalten und ökologisch aufwerten.

Fotos nach IPTC-Standard zur kostenfreien Veröffentlichung unter www.dbu.de

Klaus Jongebloed
- Pressesprecher -

An der Bornau 2
49090 Osnabrück
0541|9633-521
0171|3812888
 www.dbu.de
Weiteres Material zum Download

Dokument:  PM-114-2026 Nikolaikirche FFO.docx