In Zeiten von Hitze und Waldbränden: Geographen der Uni Osnabrück erforschen Feuchtigkeit in Waldböden
In einem Sommer der Extremtemperaturen und Waldbrände ist dieses Projekt aktueller denn je: Forschende der Universität Osnabrück untersuchen die biologischen Prozesse und ökohydrologischen Mechanismen, die die Wasserverfügbarkeit in Waldböden steuern.
In Zeiten von Hitze und Waldbränden: Geographen erforschen Feuchtigkeit in Waldböden
Neue Studie der Uni Osnabrück zu ökohydrologischen Prozessen in Kieferwäldern
In einem Sommer der Extremtemperaturen und Waldbrände ist dieses Projekt aktueller denn je: Forschende der Universität Osnabrück untersuchen die biologischen Prozesse und ökohydrologischen Mechanismen, die die Wasserverfügbarkeit in Waldböden steuern. Dabei beschäftigen sie sich insbesondere mit der Frage, wie sich eine bodendeckende Vegetation auf die Bodenfeuchte auswirkt und welchen Beitrag sie zur Bindung von Bodenkohlenstoff sowie zur Bodenbildung leistet. Die Zwillenberg-Tietz-Stiftung fördert das Forschungsvorhaben für die kommenden drei Jahre.
„Ein Verständnis des komplexen Wirkungsgefüges in Waldökosystemen ist nötig für eine Bewertung der Entwicklung, Stabilität und Resilienz von Waldböden“, sagt Prof. Dr. Steffen Seitz von der Uni Osnabrück. Zu diesem Verständnis könnten mehrjährige Messreihen und ein kontinuierliches Monitoring ökohydrologischer Boden- und Vegetationsparameter einen bedeutenden Beitrag leisten. Bei seiner Studie wird der Professor für physische Geographie von Dr. Maik Veste als Partner des Centrums für Energietechnologie Brandenburg und Prof. Dr. Thomas Scholten von der Universität Tübingen unterstützt.
Das Projekt knüpft an ein 2025 an der Universität Tübingen abgeschlossenes Forschungsvorhaben an, in dem insbesondere die Wasserverfügbarkeit im Waldboden und der Einfluss von Moosen untersucht wurden. Im Rahmen dieser Arbeiten wurden mehrere Klima- und Bodenmessstationen eingerichtet, die dank der Förderung nun weiterbetrieben werden. Ziel ist es, einen langfristigen Datensatz zur Bodenfeuchte und Bodenbildung in Kiefernwäldern aufzubauen.
Im Fokus des Projekts steht das Zusammenspiel von Wasserhaushalt und bodendeckender Vegetation in Kiefernwäldern. In der Forschungsstation Linde in Brandenburg werden in Zehn-Minuten-Intervallen mikroklimatische Daten erhoben. Diese Messwerte dienen der Erstellung von Langzeit-Datenreihen. „So können auch die mittlerweile durch den Klimawandel verursachten sehr variablen Niederschlagsschwankungen erfasst und berücksichtigt werden“, erläutert Prof. Seitz. Bislang wurden viele Messungen nur über begrenzte Zeiträume und ohne langfristige Planung ausgeführt. Das neue Projekt soll diese Lücke schließen.
Zusätzlich sollen in Linde studentische Projekte durchgeführt und Abschlussarbeiten an Studierende vergeben werden. In diesem Zuge werden Bodenproben entnommen und anschließend wesentliche Parameter zur Beschreibung des Oberbodens und seiner Entwicklung im Labor der Physischen Geographie in Osnabrück aufgenommen. „Die Studierenden erlernen dabei grundlegende Kenntnisse zur Bestimmung von pH-Werten, Korngrößenverteilungen, organischer Bodensubstanz und Nährstoffverteilung in Waldböden. Die dadurch gewonnenen Daten fließen direkt in die Beschreibung der Böden unter Kiefernwaldbeständen mit ein“, so Seitz.
Weitere Informationen für die Medien:
Prof. Dr. Steffen Seitz, Universität Osnabrück
Institut für Geographie
steffen.seitz@uni-osnabrueck.de
Cornelia Achenbach, Universität Osnabrück Kommunikation und Marketing / Redakteurin Neuer Graben 29/Schloss, 49074 Osnabrück
E-Mail: cornelia.achenbach@uni-osnabrueck.de
Weiteres Material zum Download Dokument: 101_PM_Waldböden_Seitz_Juli_2026.docx