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Deutsche Marine - Pressemeldung: Tragödie vor 95 Jahren: Marinesoldaten gedenken der "SMS Karlsruhe" im westlichen Atlantik

Die Kranzträger lassen den Kranz anläßlich des Untergeganges der "SMS Karlsruhe" zu Wasser. Foto: Ann-Kathrin Fischer, Deutsche Marine
Die Kranzträger lassen den Kranz anläßlich des Untergeganges der "SMS Karlsruhe" zu Wasser. Foto: Ann-Kathrin Fischer, Deutsche Marine

    Glücksburg (ots) -

    - Querverweis: Bildmaterial ist abrufbar unter
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    Atlantik - Nur leicht bewegt sich das azurblaue Wasser des westlichen Atlantiks. Wo vor 95 Jahren der Kleine Kreuzer "SMS Karlsruhe" sank, gedachten am vergangenen Montag die Besatzungsmitglieder des deutschen Einsatz- und Ausbildungsverbandes (EAV) ihrer verunglückten Kameraden auf See.

    Wie sah das militärische Zeremoniell aus? Die Schiffe "Sachsen", "Lübeck" und "Frankfurt am Main" fahren östlich der Insel Trinidad auf der Position 11 Grad 07 Minuten Nord und 055 Grad 25 Minuten West mit stark verlangsamter Fahrt. Dichter beieinander als sonst. Das Flaggschiff, die Fregatte "Sachsen", in der Mitte - pfeilförmig eingerahmt von den anderen beiden Schiffen. Die Besatzungen sind feierlich in weißer Uniform in sogenannter Passieraufstellung angetreten. Der Trompeter spielt: "Ich hat einen Kameraden". Ein Kranz versinkt in den Fluten des Meeres.

    Die Menschlichkeit immer bewahren

    Diese Position zu überfahren sei für den Einsatz- und Ausbildungsverband etwas Besonderes gewesen schreibt Oberleutnant zur See Lars Hoffmann, Presseoffizier des Verbandes. Denn hier ereignete sich vor 95 Jahren eine Tragödie als der Kleine Kreuzer "SMS Karlsruhe" unterging und 263 Männer mit sich in die Tiefen riss. Warum es zu einer Explosion im vorderen Bereich des Schiffes kam, konnte nie geklärt werden - ausgeschlossen wird jedoch, dass er durch gegnerische Schiffe versenkt wurde. Die "SMS Karlsruhe" war damals in Friedenszeiten von Kiel aus aufgebrochen, um die Südamerika-Station zu übernehmen. Sie fand sich dann kurz nach ihrer Ankunft in der Karibik mitten im Ersten Weltkrieg wieder. Die "SMS Karlsruhe" hatte den Auftrag, möglichst viele gegnerische Schiffe zu versenken - was ihr auch gelang. Die von dem Kommandanten, Fregattenkapitän Erich Köhler, gewählte Art der Kriegsführung war damals wie heute beispielhaft für die Seekriegsführung. So handelte die Besatzung der "SMS Karlsruhe" den aufgebrachten Schiffen gegenüber stets nach seemännischer Tugend. Vor der Versenkung wurden die Schiffe vollständig evakuiert, und die Gefangenen solange auf einem der Versorgungsschiffe gefangen gehalten und untergebracht, bis sie in neutralen Häfen freigelassen werden konnten.

    In der Gedenkfeier für die verstorbenen Seeleute appellierte der Kommandeur des Einsatz- und Ausbildungsverbandes, Kapitän zur See Jens Beckmann, an seine Besatzungen, sich dieser Tugenden stets bewusst zu sein und die Menschlichkeit in jeder Situation zu bewahren. "Wir gedenken ihrer als Kameraden auf See, nicht als Kriegshelden des Ersten Weltkrieges", sagte Beckmann. Er hob hervor, dass insbesondere die Solidarität und Kameradschaft unter Seefahrern aller Nationen bis heute die Ideale eines jeden Seemanns sein sollten. "Alle Seefahrer teilen das gleiche Schicksal und kennen die gleichen Nöte, aber auch die gleichen Freuden." so Beckmann.

    "Karlsruhe" - Ein Name mit Marinetradition

    Die Deutsche Marine pflegt das Andenken an die "SMS Karlsruhe".   Eine Fregatte der Deutschen Marine heißt "Karlsruhe". Sie ist das fünfte Schiff mit diesem Traditionsnamen. Die Fregatte der Klasse 122 ist seit 1984 beim 4. Fregattengeschwader in Wilhelmshaven beheimatet und feiert derzeit ihr 25. Jahr im Dienst der Flotte.

    Die letzten Töne des Trompeters verklingen und werden vom Brummen der Maschinen und dem Rauschen des Wassers verschlungen. Der Kranz versinkt in den Fluten, ein paar Blütenblätter treiben noch auf dem schäumenden Heckwasser der Fregatte "Sachsen". Die Besatzungen treten wieder weg. Eine auch für die jungen Soldatinnen und Soldaten bewegende Gedenkfeier ist vorbei. Eine Gedenkfeier für völlig unbekannte Soldaten. Aber: sie waren Seeleute - genau wie die Besatzungen der drei Schiffe des Einsatz- und Ausbildungsverbandes.

    Hinweise: Zwei Audiobeiträge zum Thema finden Sie in einer seperaten Pressemeldung vom 25.03.09 (Gedenkfeier) und in einer Meldung vom 20.03.09 (Interview).

    Haben Sie Fragen oder wollen Sie mit den Soldaten des Verbandes sprechen? Wir vermitteln Ihnen Gesprächspartner aus dem EAV mit Informationen aus erster Hand. Kontakt zum Presseoffizier an Bord der Fregatte "Sachsen" über: L.hoffmann@fgs-sachsen.de

    Text: Lars Hoffmann, Deutsche Marine Fotos: Ann-Kathrin Fischer, Deutsche Marine

Pressekontakt:
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Oberleutnant zur See Christopher Jacobs
Telefon: 04631-666-4412/4400
E-Mail:  piz@marine.de

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