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RNZ: Rhein-Neckar-Zeitung, Heidelberg, zu: Finanzkrise

    Heidelberg (ots) - Es ist nicht nur ein Wort, eher ein bedrückender Zustand. Zudem eine groteske sprachliche Beschönigung, die vom Anfangsstadium einer Krise in ein Desaster überzugehen droht. Die Kernschmelze der Finanzmärkte verleibt sich mit jedem Tag die Realwirtschaft stärker ein. Und diejenigen, die sie in ihrem Gewinn-Maximierungswahn  herbeigeführt haben, verschleppen eine gebotene Eindämmung und vergrößern durch schleppende Kreditvergabe die drohenden Folgen: Rezession, Kurzarbeit, Arbeitslosigkeit. Ein supranationales oder europäisches Patentrezept gibt es nicht, und auch die Möglichkeit, das Falsche zu tun, liegt nahe. Dass andere Europäer Deutschland nötigen wollen, sich ihrem entfesselten Verschuldungsrausch anzuschließen, hat viel von einem Zug der Lemminge. Aber nur etwas mehr als eine Woche hat auch die Illusion der Kanzlerin gehalten, sie könne das Problem in der Manier einer schwäbischen Hausfrau wegsparen. Merkel und Steinbrück werden handeln müssen, hoffentlich effizient und intelligent. Ihre erste und vorrangige Aufgabe wäre es aber, dem Fass, das nach Milliarden ruft, zunächst wieder einen Boden einzuziehen - durch Eingriffe in die derzeit restriktive Kreditvergabe der Banken. Beim Spitzengespräch mit den Managern am Sonntag muss Tacheles geredet werden.

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