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RNZ: Gut gebrüllt?

    Heidelberg (ots) - Von Klaus Welzel Neu ist es ja nicht, was Horst Seehofer gestern an Botschaften unters Volk streute. Aber bemerkenswert. Da droht ein bayrischer Ministerpräsident offen mit dem Boykott einer Koalitionsrunde in Berlin. Und das mitten in der Wirtschaftskrise. Mal abgesehen von dem merkwürdigen Stil, den der frisch gebackene Amtsinhaber da einführt: Es kann ja wohl nicht sein Ernst sein, zu diesem Zeitpunkt die Regierungspolitik zu konterkarieren. Man merkt, Seehofer ist zwar nach wie vor ein guter Wahlkämpfer, der bayrisch-derb brüllen kann. Aber Verantwortung sieht anders aus. Verantwortung bedeutet, an Konzepten mitarbeiten. Verantwortung schließt ein zielgerichtetes   Regierungshandeln mit ein - und kein Taktieren. Verantwortung ist deshalb etwas völlig anders, als Wahlkampfrhetorik. Dennoch ist völlig klar: Seehofer gibt eben nur den bayrischen Löwen. Er ist keiner. Auch kein zweiter Strauß. Es würde nicht nur der Berliner Koalition, mithin dem Land, er würde sich auch selbst schaden, sollte er die Koalition in Gefahr bringen. Man mag ja über das Tempo des Duos Merkel-Steinbrück geteilter Meinung sein. Aber wenn es überhaupt eine Stunde einer großen Koalition geben kann, dann hat diese gerade geschlagen. Die CSU sollte sich unterordnen und mitmachen. Das reicht.

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