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24.03.2008 – 16:43

Rhein-Neckar-Zeitung

RNZ: Rhein-Neckar-Zeitung, Heidelberg, zu: Tibet

Heidelberg (ots)

Der Sport taugt nicht als politisches
Druckmittel? Der Deutsche Olympische Sportbund macht es sich - und 
den beratungsresistenten Gastgebern in Peking - mit seiner 
beflissenen Zusage sehr leicht. Die armen Athleten, die um den Lohn 
ihrer Mühe betrogen würden - man kann die larmoyante Ausrede nicht 
mehr hören. Denn der Sport und seine Akteure sind umgekehrt von 
totalitären Regimen immer schon als Bestätigungsrituale missbraucht 
worden. Wir Deutsche sollten das wissen.
 Dass die Sportverbände China  mit seiner Unterdrückungspolitik 
hinter verschlossenen Schlachthaustüren so leicht davonkommen lassen,
anstatt ihre Teilnahme wenigstens zu konditionieren, überzeugt nicht.
Nicht mehr, seit Peking  klar  gemacht hat, dass es unsere 
Vorstellungen von Menschenrechten oder Transparenz für reines 
westliches  Brimborium hält.
Die  Konsequenz, mit der China die Weltöffentlichkeit von den 
hässlichen Ereignissen in Tibet ausschließt, hat allerdings auch zur 
Folge, dass sich der berechtigte Protest  andere Schauplätze sucht. 
Der kleine Zwischenfall im griechischen Olympia muss die schlimmeren 
Bilder ersetzen, die es aus Lhasa nicht gibt. Aber auch sie schütten 
Galle in den Propaganda-Tee  scheinbar perfekten Spiele, mit denen 
sich der rote Riese schmücken und als weltoffen legitimieren möchte. 
Alles  gelogen.

Pressekontakt:

Rhein-Neckar-Zeitung
Manfred Fritz
Telefon: +49 (06221) 519-0

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