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DFL-Chef Seifert: Integration durch Fußball gelingt nicht immer/ Grünen-Vorsitzende Roth: Politik muss Chancen aus dem Fußball nutzen

Bonn/Berlin (ots) - Der Geschäftsführungsvorsitzende der Deutschen Fußball Liga (DFL) Christian Seifert hat in der PHOENIX-Sendung UNTER DEN LINDEN SPEZIAL (Ausstrahlung heute, 22.15 Uhr) die integrative Kraft des Fußballs gelobt. Zugleich warnte er jedoch davor, nicht nur auf die gelungene Integration von Topstars in der Nationalmannschaft zu schauen und Negativbeispiele aus den unteren Spielklassen auszuklammern: "Man muss aufpassen, nicht oben eine Geschichte zu erzählen, die unten nicht mehr zutrifft. Gerade in den unteren Ligen hat Fußball eine integrative Kraft, ist aber auch ein Ventil für nicht gelungene Integration, für Abgrenzung und aggressives Verhalten - nicht nur in Jugendmannschaften." Angesprochen auf Möglichkeiten des DFB, hier entgegenzuwirken, sagte Seifert: "Das ist nicht etwas, wo man von oben hereinregieren und Geldanreize setzen kann, wenn Vereine ihre Identität aufgeben. Man muss sich da schon fragen, woher das kommt. Gerade beim Amateurfußball ergreift der DFB schon sehr viele hier ansetzende Maßnahmen", so Seifert.

Die Grünen-Vorsitzende und Mitglied der DFB-Nachhaltigkeitskommission Claudia Roth betonte die Verantwortung der Politik, die Möglichkeiten des Sports zu nutzen: "Über den Fußball gibt es so viele Chancen, die von der Politik aufgegriffen werden müssen. Es nützt nichts, wenn da etwas begonnen wird, das dann aber im Arbeitsleben oder in der Realität jenseits des Fußballs nicht stattfindet." Sie warnte vor einer Abgrenzung und Abschottung von ausländisch geprägten Fußballvereinen in Deutschland: "Die normale Entwicklung müsste sein, dass ein Vertrauen dafür da ist, dass z.B. die Gagenauer nur dann spielen können, wenn sie auch einen echten Badener oder Württemberger mit aufnehmen. Man muss sich nicht ethnisch abschotten, um spielen zu können oder um Anerkennung zu bekommen." Es müsse selbstverständlich sein, dass nicht die ethnische oder soziale oder religiöse Herkunft eine Rolle spiele. Große Hoffnungen setzt Roth in die Fußball-WM der Frauen in Deutschland, gerade mit Blick auf die Integration von jungen Mädchen und Frauen mit Migrationshintergrund: "Ich hoffe, dass die Frauen Fußball-WM ein Anreiz ist, dass junge Frauen und Mädchen sagen 'Wir wollen jetzt auch spielen.'"

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