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Visionaer oder Buergerschreck?
„Kulturzeit extra: Der sanfte Radikale - Pier Paolo Pasolini“, eine Hommage
Samstag, 5. November 2005, 19.20 Uhr
Erstausstrahlung

    Mainz (ots) - Der Strand von Ostia, 2. November 1975. Ein Mann wird mit Stockschlägen bis zur Unkenntlichkeit misshandelt, anschließend mehrfach überfahren - eines der brutalsten Gewaltverbrechen im Italien der 1970er Jahre. Opfer: der ungeliebte Gesellschaftskritiker, Schriftsteller und Regisseur Pier Paolo Pasolini. Die Reaktionen auf seinen Tod waren gespalten: Bestürzung, Trauer, Befriedigung, Häme. 30 Jahre nach seinem Tod spricht „Kulturzeit extra“ mit Freunden, Weggefährten und Kritikern des Visionärs. Hat er die globalisierte Welt voraus gesehen? Was ist von seinen Utopien geblieben? Eine Spurensuche.

    Pasolinis Leben war von Widersprüchen geprägt. Einerseits prangerte er Profit- und Konsumgier an, verlogene Politik, die Verrottung der Werte, verehrte das einfache Leben der Armen. Andererseits verfolgte er radikale Ziele mit einer gewissen Gewaltbereitschaft, erging sich in sexuellen Ausschweifungen und pflegte seine Freundschaften in der High Society, wie die zu Maria Callas. Sein Bekenntnis zur Homosexualität erregte im konservativen Italien extreme Ablehnung. Seine Ermordung wurde mit der Subkultur, in der er sich bewegte, in Verbindung gebracht.

    „Kulturzeit extra“ befragt die Regisseure Bernardo Bertolucci und Sergio Citti, die Schriftstellerin Dacia Maraini, sowie den Pasolini- Biografen Enzo Siciliano zu Pier Paolo Pasolini. Zu Wort kommen auch der Vordenker der revolutionären Linken Italiens, Toni Negri, sowie der Philologe Cesare Segre, Herausgeber mehrerer Pasolini-Bücher. Henning Burk, Bettina Oberhauser und Boris von Brauchitsch entwerfen das Porträt eines der faszinierendsten Intellektuellen Europas.

    „Kulturzeit extra: Der sanfte Radikale - Pier Paolo Pasolini“ bildet den Auftakt zu einer Pasolini-Reihe mit Spiel- und Dokumentarfilmen, die 3sat vom 5. bis zum 13. November zeigt.

    Redaktionshinweis: Fotos zur Sendung erhalten Sie bei der ZDF- Bildbereitstellung unter http://bilderdienst.zdf.de oder über die Hotline-Nummer 06131/706100. Ausführliche Presseinformation zur Pasolini-Reihe sind über die Presse und Öffentlichkeitsarbeit 3sat und unter http://pressetreff.3sat.de erhältlich.

Presse und Öffentlichkeitsarbeit 3sat Frank Herda (06131 - 706418) Mainz, 26. Oktober 2005

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