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NABU: Rettungsnetz für die Vielfalt - Schutzgebiete helfen Arten und Lebensräumen

Saarbrücken (ots) - Anlässlich des "Internationalen Jahres der Biodiversität" besuchten NABU-Präsident Olaf Tschimpke, NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller und der Vorsitzende des Umweltausschusses im Europäischen Parlament, Jo Leinen, heute gemeinsam den Urwald vor den Toren der Stadt in Saarbrücken. Der "Saarurwald", ein Partnerschaftsprojekt von NABU Saarland, Umweltministerium und SaarForst Landesbetrieb, ist als Naturschutzgebiet "Waldschutzgebiet Steinbachtal/Netzbachtal" Teil des Natura 2000-Gebietes "Saarkohlenwald" und bildet einen wichtigen Baustein im europäischen Schutzgebietsnetzwerk. Die Schutzgebiete dieses Netzwerkes werden nach Maßgabe der europäischen Naturschutzrichtlinien, der Vogelschutz- und Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie, zum Schutz seltener Arten und Lebensräumen festgelegt und erhalten.

"Damit leistet die Europäische Union einen wesentlichen Beitrag zum Schutz der biologischen Vielfalt in Europa", sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Ursprünglich wollte die EU das Artensterben bis 2010 stoppen, dieses Ziel wurde verfehlt. Trotz aller Bemühungen zum Schutz der biologischen Vielfalt sind in Deutschland mehr als 70 Prozent der Lebensräume von Tieren und Pflanzen gefährdet. Im März 2010 haben die Staatschefs beim EU-Gipfel beschlossen, nun bis zum Jahr 2020 mit vermehrtem Engagement den Verlust von Arten und Lebensräumen zu stoppen. "Ohne das Rettungsnetz der Schutzgebiete wird dieses Ziel nicht erreicht werden", betonte Tschimpke. Neben dem Schutz der biologischen Vielfalt tragen Natura 2000-Gebiete auch zum Erhalt anderer Gratis-Leistungen des Ökosystems wie dem Hochwasserschutz oder der Klimaregulation bei. "Am Beispiel des Saarurwaldes wird deutlich, dass jeder Einzelne Vorteile aus Schutzgebieten ziehen kann. Sie bieten den Menschen vor Ort mehr Lebensqualität, da sich Besucher nicht nur erholen, sondern die Natur einmal hautnah erleben können. Darüber hinaus wird umweltverträglicher Tourismus gefördert", so Tschimpke.

Die Gründe für den anhaltenden Lebensraumverlust liegen auch in der unzureichenden Umsetzung der europäischen Naturschutzrichtlinien. So sind zwar mit über 5.300 Gebieten nahezu alle Natura 2000-Gebiete in Deutschland ausgewiesen, Managementpläne, um die Gebiete richtig zu betreuen und zu pflegen, fehlen aber noch weitgehend. Das Saarland liegt hier mit einer Quote von 25 Prozent zwar über dem Bundesdurchschnitt, ist jedoch noch weit davon entfernt, alle Gebiete ausreichend zu erhalten.

Der NABU fordert daher von den Mitgliedstaaten der Europäischen Union und den Bundesländern insbesondere die Erarbeitung und ausreichende Finanzierung der Umsetzung der Managementpläne. Das Europäische Parlament müsse die Gelegenheit nutzen, im Rahmen der Budgetreform der Europäischen Union und der Umstrukturierung der Europäischen Agrarpolitik eine Umschichtung von Mitteln vorzunehmen. "Es ist nicht einzusehen, dass die Landwirte weiter jährlich mit 56 Milliarden Euro Steuergeldern subventioniert werden, ohne dafür ökologische Leistungen erbringen zu müssen. Öffentliche Mittel müssen in öffentliche Güter investiert werden, und dazu gehören auch Schutzgebiete mit all ihren Wohlfahrtswirkungen für die Menschen", so der NABU-Präsident.

Im Internet zu finden unter www.NABU.de

Originaltext vom NABU

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