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Atomkraft ist endlich: Uran reicht maximal noch 65 Jahre
Greenpeace legt Uran-Report vor

Berlin (ots)

Die Atomkraft ist gänzlich ungeeignet, um
Deutschland eine energiepolitische Versorgungssicherheit zu 
garantieren. Grund dafür ist der Rohstoff Uran, der nach Greenpeace- 
Berechnungen in spätestens 65 Jahren weltweit erschöpft sein wird. 
Die Umweltorganisation legt heute in Berlin einen umfassenden Report 
zu Uran vor. Auf Basis von Daten der Konferenz für wirtschaftliche 
Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) weist die Studie nach, dass die
Uranvorkommen weltweit auch bei reduziertem Bedarf spätestens 2070 
ausgebeutet sein werden.
"Die CDU muss sich langsam mit der Tatsache befassen, dass 
Atomkraft unser Land nicht aus seiner energiepolitischen Abhängigkeit
führen kann", sagt Thomas Breuer, Atomexperte von Greenpeace. "Im 
Gegenteil: Größter Uranlieferant der Europäischen Union ist Russland.
Bundeswirtschaftsminister Glos will die Bevölkerung wohl hinters 
Licht führen, wenn er die Sorge vor einer Abhängigkeit von Russland 
am Gasmarkt dazu nutzt, die Atomenergie zu propagieren." Etwa ein 
Viertel der Uranlieferungen an die Europäische Union kam im Jahre 
2004 aus Russland. Weitere große Lieferanten sind Australien, Kanada,
Kasachstan, Usbekistan und Niger.
Zudem ist Uran ein äußerst konfliktbeladener Rohstoff. Neben 
Plutonium ist er einer der Grundstoffe für Atombomben. Länder, die 
eine zivile Atomwirtschaft besitzen, verfügen auch über das 
technische Wissen zum Bau von Atombomben. Hier liegt auch die Ursache
des Atomstreits mit dem Iran. Seinen Wunsch nach einer 
Urananreicherungsanlage begründet der Iran damit, eine eigene 
Brennstoffversorgung herstellen zu wollen. Doch mit der gleichen 
Technologie kann man ebenso Uran für Atombomben anreichern. "Die 
Bundesregierung besitzt hohe außenpolitische Glaubwürdigkeit, wenn 
sie im internationalen Atomstreit mit dem Iran diesen von seinen 
atompolitischen Plänen abbringen möchte", erklärt Breuer. "Nur ein 
Land, das selbst aus der Atomtechnologie aussteigt, kann anderen 
Ländern glaubwürdig vermitteln, diesen energiepolitischen Irrweg des 
zwanzigsten Jahrhunderts zu vermeiden."
Die deutlich begrenzten Uranvorkommen zeigen auch, dass 
Atomenergie nicht die Lösung für den Klimaschutz ist. Die Atomkraft 
deckt derzeit nur rund sieben Prozent des weltweiten Energiebedarfs. 
Würde dieser Anteil klimarelevant erhöht, wären die Uranressourcen in
kurzer Zeit erschöpft. Völlig ausgeblendet wird in der Diskussion 
auch die massive Umweltzerstörung, die mit der Gewinnung von Uran 
einhergeht. Nur ein kleiner Teil der Uranvorräte liegt in 
Lagerstätten mit  hoher Konzentration. Beim Abbau von Uranvorräten 
mit geringerer Konzentration wird unverhältnismäßig viel Natur 
zerstört. Genau um diese Lagerstätten geht es aber bei einer 
Ausweitung der Abbaukapazitäten von Uran. "Versorgungssicherheit und 
Umweltschutz lassen sich mit Atomkraft nicht realisieren. Die einzige
Antwort auf die Energiefrage in Deutschland sind Erneuerbare Energien
und Effizienz - dazu gehört zum Beispiel Energiesparen und die 
Wärmedämmung von Gebäuden", so Thomas Breuer.
Achtung Redaktion:
Rückfragen bitte an Thomas Breuer vor Ort,
mobil unter Tel.: 0171 - 8780 820,
oder an Pressesprecherin Cornelia Deppe-Burghardt,
mobil unter Tel.: 0171 - 834 4338.
Den Report erhalten Sie als Download im Internet unter 
www.greenpeace.de.

Original-Content von: Greenpeace e.V., übermittelt durch news aktuell

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