Shelter Now Germany e.V.

Shelter Now-Direktor im Interview: "Vieles ist oder wird gut in Afghanistan"
Stolte lobt gegenüber der Braunschweiger Zeitung die Erfolge des zivilen Aufbaus

Braunschweig (ots) - Die Erfolge des zivilen Aufbaus in Afghanistan hat der deutsche Direktor des internationalen christlichen Hilfswerks Shelter Now, Udo Stolte, gelobt. In einem Interview mit der Braunschweiger Zeitung sagte Stolte, er neige eher zum Optimismus, was die Zukunft Afghanistans nach dem noch in diesem Jahr anstehenden Abzug der Internationalen Schutztruppe anbelangt. Shelter Now unterhält derzeit 20 Hilfsprojekte in dem Land am Hindukusch, vor allem in den Bereichen Landwirtschaft und Bildung. Das Hilfswerk arbeitet dort seit mehr als 25 Jahren.

"Vieles geht vorwärts, vieles ist oder wird gut in Afghanistan", erklärte der Shelter Now-Direktor. Als Beispiele für "immense Veränderungen" nannte Stolte unter anderem den Bau Hunderter Schulen, neue Universitäten "voller Studenten und kompetenter Professoren" und die Gründung 30 einheimischer Fernsehsender - unter dem Taliban-Regime war Fernsehen verboten. Auch gebe es ein demokratisches Parlament und eine neue Verfassung anstelle von Willkürherrschaft. In vielen kleinen landwirtschaftlichen Projekten bekämen Dörfer Brunnen für die Trinkwasserversorgung; Bauern lernten, Safran statt Mohn anzubauen.

Die Zukunft Afghanistans hänge stark vom neuen, im April zu wählenden Präsidenten und seiner Regierung ab, meinte Stolte. "Wenn er es schafft, die ethnischen Gruppen im Land zu vereinen, dann hat Afghanistan eine gute Chance, den Extremisten die Stirn zu bieten und sie zurückzudrängen." Armee und Polizei wären stark genug, einen Taliban-Staat nach altem Muster zu verhindern. Der Westen solle die Ausbildung der staatlichen afghanischen Sicherheitskräfte weiterhin unterstützen, so der Shelter Now-Direktor.

Als "bemerkenswert" hob Udo Stolte die öffentliche Bitte des ehemaligen Usbeken-Generals Raschid Dostum um Vergebung für das im Bürgerkrieg von ihm verursachte Leid hervor. Wörtlich hatte Dostum, der für die Vizepräsidentschaft Afghanistans kandidiert, erklärt: "Wir wollen Initiatoren einer neuen Ära und Tradition sein, auf der andere ebenso mutig ihre Vergehen anerkennen und derartige Vorfälle in Zukunft vermeiden." Dieses Schuldeingeständnis sei "ein ganz erstaunlicher und wichtiger Schritt", so etwas sei in Afghanistan nicht üblich, so Stolte. "Dass Dostum es dennoch getan hat, könnte ein Signal sein", erklärte der Direktor von Shelter Now.

Interview im Wortlaut: http://ots.de/HdTEE

Shelter Now ist ein internationales Hilfswerk mit Koordinierungsbüro in Deutschland. Seit 1983 ist es in Pakistan unter dem Namen "Shelter Now International Pakistan" und seit 1988 in Afghanistan als "Shelter Now International Afghanistan" tätig. Der Name der Organisation in Deutschland lautet "Shelter Now Germany e.V.". Shelter Now finanziert seine Hilfsaktionen zu einem großen Teil aus privaten Spenden. Die effiziente und projektbezogene Verwendung der Mittel wird Shelter Now durch das Deutsche Zentralinstitut für Soziale Fragen (DZI) mit dem Spendensiegel bescheinigt.

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