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Neues Deutschland: Neues Deutschland, Berlin, zum Karikaturen-Streit

    Berlin (ots) - Die Meldungen der Nachrichtenagenturen zu den   Protesten und Exzessen muslimischer Demonstranten laufen unter der Stichzeile »Religion«. Doch mit Religion hat der sich stetig steigernde Wahnsinn, bei dem am Wochenende Dutzende von Menschen ums Leben kamen, längst nur noch marginal etwas zu tun. Standen am Beginn des Konflikts gezeichnete Bilder, geht es jetzt um die Schaffung immer neuer Bilder, im Fernsehen, in den Zeitungen und vor allem in den Köpfen. Ein die EU-Flagge verbrennender Demonstrant und ein den karikierten Propheten auf seiner Unterwäsche präsentierender Minister bezwecken letztlich das Gleiche: Sie wollen den anderen, die andere Kultur in ihrem Allerheiligsten treffen. Ein Krieg der Bilder, gegen Symbole - und mit echten Toten. Die aktuelle Ikonographie der Gewalt bezeichnet zweifellos einen schweren Konflikt der Kulturen. Ob er ein Markstein in Richtung Kampf wird, ist bislang offen. Diejenigen, die sich auf beiden Seiten am unversöhnlichsten aufführen, tun dies nicht, weil die Differenzen so groß sind, sondern deshalb, weil sie diese unüberbrückbar machen wollen. Das Feindbild als Bestätigung  der eigenen Richtig- und Wichtigkeit. »Heilige« Werte - ob jene des religiösen Ostens oder die des säkularen Westens - sind nicht verhandelbar. Das wird auch künftig zu Konflikten führen. Auch zu blutigen, wenn es nicht endlich gelingt, an die Spitze der globalen Werteskala Toleranz, Vergebung und gar Versöhnung zu setzen.

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