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Kommentar von "nd.DerTag" über Frankreichs Kommunalwahlen

Berlin (ots)

Der erste Wahlgang der französischen Kommunalwahlen hat zwar der extremen Rechten einige Rathäuser beschert, aber nicht zum weithin befürchteten Rechtsruck geführt: Am lautesten jubeln die Linken von La France insoumise (LFI, Unbeugsames Frankreich). Offensichtlich hat das mediale Trommelfeuer gegen die unkonventionelle Linkspartei unter ihrem charismatischen Spitzenmann Jean-Luc Mélenchon nicht verfangen. In Toulouse führen sie nun ein breites Linksbündnis an, das gute Chancen hat, am kommenden Sonntag in der Stichwahl den rechtsbürgerlichen Amtsinhaber abzulösen. Die symbolträchtige Vorstadt Saint-Denis im Norden von Paris jagte der LFI-Kandidat Bally Bagayoko dem sozialistischen Amtsinhaber gar mit absoluter Mehrheit ab. In Lille könnte einer Allianz zwischen LFI und Grünen ähnliches gelingen.

Seit die Sozialisten vor ein paar Monaten der macronistischen Minderheitsregierung zu einem Haushalt verholfen haben, schien die Neue Volksfront, der auch noch die Kommunisten angehören, endgültig zu Grabe getragen. In Marseille und auch in Paris gingen die Unbeugsamen so unflätig gegen die gemäßigten Favoriten zu Werke, dass diese lieber alleine weitermachen - in Marseille könnte dies sogar den Rechtsextremisten den Weg ebnen. In Lyon und Bordeaux könnte die grünen Amtsinhaber mit Stimmen von links und ganz links auf ihre Wiederwahl hoffen.

Ausschlaggebend ist bei Kommunalwahlen letztlich immer die Lage vor Ort, deshalb sollte man sie auch diesmal nicht vorschnell im Hinblick auf die Präsidentschaftswahlen 2027 hochrechnen. Doch bei allen - berechtigten - Befürchtungen ist dieses Rennen noch lange nicht entschieden. Damit weder Le Pen noch Bardella siegen, müssen sich die Linken allerdings wieder zusammenraufen.

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