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"nd.DerTag": Klimaresistent - Kommentar zu den Empfehlungen des Europäischen Wissenschaftlichen Beirats zum Klimawandel

Berlin (ots)

Vorsorge gegenüber dem Klimawandel? Da wird meist vor Hitzewellen, Waldbränden, Überflutungen oder wirtschaftlichen Schäden gewarnt. Wenig überraschend fordert der Europäische Wissenschaftliche Beirat zum Klimawandel deshalb, auf Wohnungsbau in hochwassergefährdeten Gebieten zu verzichten oder dürregeplagte Landwirte zu unterstützen. Außerdem empfiehlt der Rat eine "Vision für eine klimaresistente EU bis 2050". Resistenz meint Widerstandsfähigkeit - man fragt sich allerdings, wie Europa einer Erwärmung widerstehen soll, die die Wissenschaftler in ihrem Bericht selbst auf 2,8 bis 3,3 Grad Celsius bis 2100 veranschlagen.

Die Wahrheit ist: Wie die Erde, Europa eingeschlossen, bei einer Erwärmung schon jenseits von 2 Grad aussieht, kann heute niemand mit Sicherheit voraussagen. Da werden ganze Küstenstriche verschwinden und fruchtbarer Boden fortgeschwemmt. Auch könnte Europas Warmwasserheizung, der Golfstrom, ausfallen oder sich so abschwächen, dass der aktuell normal kalte Winter geradezu als Heißzeit empfunden wird.

Die von dem Rat in Aussicht gestellte Resistenz ist eine trügerische. Das globale Klimaziel von 1,5 Grad stellt auch eine Art Limit dar, bei dem wir uns an den Klimawandel noch anpassen und dessen Folgen irgendwie beherrschen können. Auch wenn die Einhaltung der 1,5 Grad immer weniger wahrscheinlich wirkt - jedes Zehntelgrad mehr senkt die Möglichkeiten zur Anpassung. Die Wissenschaft sagt dazu: Ein fortschreitender Klimawandel engt unsere Handlungsoptionen ein.

Deswegen gilt: Solange sich die Politik weitgehend resistent gegenüber einer schnellen Reduktion der Treibhausgase zeigt, sind Anpassung und Vorsorge zwar nötig und stets gut gemeint, am Ende aber nicht viel mehr als eine Ausrede auf Zeit.

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