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23.04.2019 – 09:10

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NRZ: Verfolgung von Christen zum Thema machen - von MANFRED LACHNIET

Essen (ots)

Dass bei den Anschlägen in Sri Lanka besonders viele Christen ermordet wurden, macht deutlich, wie stark Christen weltweit bedroht und verfolgt werden. Sie stellen mit 2,3 Milliarden Gläubigen die größte Religionsgruppe dar, vor den Muslimen (1,6 Mrd), den Hindus (940 Mio) und den Buddhisten (460 Mio). Doch in der arabischen Welt, in Teilen Afrikas und auch in Asien leben die Menschen mit christlichem Glauben immer häufiger in Lebensgefahr. Dieser Punkt wird in politischen Diskussionen oft kleingeredet, er gehört aber auf die Tagesordnung. Auf die Lage der Christen in der Welt hinzuweisen, ist nicht nur Sache des Papstes oder anderer Kirchenoberen, sondern auch die Angelegenheit aller Staaten, in denen Christen leben. Allerdings sind die Hintergründe von Terror nur selten wirklich religiös motiviert. Viel eher geht es um Macht, Geld und Einfluss. Die Christen in Sri Lanka stehen zwischen der buddhistischen Mehrheit und den hinduistischen Tamilen. Zwar hat die Regierung des Inselstaats den Bürgerkrieg vor zehn Jahren für beendet erklärt - die Spannungen zwischen den Bevölkerungsgruppen blieben jedoch. Man kann Konflikte eben nicht einfach unterdrücken, man muss sie nachhaltig lösen. Das ist auf Sri Lanka nie passiert. Es ist möglich, dass aus Syrien zurückkehrende Islamisten hinter den Anschlägen stecken. Dafür spricht die Methode der Selbstmordkommandos. Doch auch hier dürfte die Religion nur ein Vorwand sein. Die Islamisten sind tief verstrickt in den Drogenhandel, der im Nahen Osten seinen Ursprung und in Colombo einen wichtigen Umschlagplatz hat. Dass der katholische Bischof von Sri Lanka erst kürzlich die Drogengeschäfte angeprangert hat, könnte ein Motiv für die Anschläge sein. Doch bislang ist die Lage unübersichtlich. Fest steht allein, dass der für das Land so wichtige Tourismus einen Schlag erlitten hat. Ohne das Geld der Touristen ist die Regierung noch schwächer. Dafür werden die Radikalen und Verbrecher stärker. Der Mechanismus ist immer gleich, Lehren zieht kaum einer daraus.

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