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NRZ: Ein Spiel mit dem Feuer - Die Atomkraftwerke müssen dringen vom Netz.

Essen (ots) - Die ganze Welt hält den Atem an. Wir sehen mit tiefer Sorge nach Japan. Die Menschen trauern um die vielen tausend Opfer des schrecklichen Bebens und des furchtbaren Tsunamis. Japan, eines der modernsten Länder überhaupt, erlebt die schwerste Krise seit dem Zweiten Weltkrieg. Millionen Menschen sind ohne Strom oder Wasser. Tausende werden vermisst.

Nach den Naturkatastrophen steht Japan nun offenbar vor einem nuklearen Desaster. "Fukushima", der Name des explodierten Reaktors wird zum neuen Synonym für den Strahlen-Terror. "Tschernobyl" hatte uns vor 25 Jahren in Angst und Schrecken versetzt. Doch die Halbwertzeit der Erinnerung an die Tage der Angst vor dem unsichtbaren Tod aus Tschernobyl ist gerade in der Politik erschreckend gering. Nur mit einer gewissen Leichtfertigkeit kann man erklären, dass in Deutschland Uralt-Meiler noch immer am Netz sind und der Atom-Ausstieg vertagt wurde. Nun hat das Drama um "Fuku-shima" nicht nur die Frage nach den AKW-Laufzeiten, sondern auch nach der Beherrschbarkeit der Kernkraft ganz oben auf die politische Agenda gesetzt.

Wenigstens hierzulande wird das Atomzeitalter schneller zu Ende gehen als geplant. Es reicht nicht aus, wie die Kanzlerin nun abgekündigt hat, die "Atomanlagen zu überprüfen". Die AKW müssen so schnell wie möglich vom Netz. Das Desaster in Japan hat das Vertrauen in die Atomkraft auch der letzten Bürger zerstört. Mit dem Hinweis auf "Pietät" ist die unvermeidliche politische Auseinandersetzung nicht aufzuhalten. Selbstverständlich ist Deutschland nicht von Erdbeben gefährdet wie Japan - und selbst im Falle eines GAU in Asien wird vermutlich kein radioaktives Stäubchen aus dem Unglücksreaktor Westeuropa erreichen. Aber deutsche AKW könnten durch andere Unglücke oder Anschläge außer Kontrolle geraten.

Es ist ein Irrglaube, man könne die zerstörerische Kraft der Kernspaltung beherrschen.

Japans Katastrophen haben uns drastisch bewiesen, dass die Natur Gewalt über den Menschen hat und nicht umgekehrt. Atomenergie ist ein Spiel mit dem Feuer der Schöpfung. Wenn nun auch die deutsche Bevölkerung beunruhigt ist, muss die Politik die Sorgen der Bürger bitter ernst nehmen. Schon bei den kommenden Landtagswahlen wird die Energiepolitik zu einem ausschlaggebenden Thema werden. Es ist die entscheidende Frage der Zukunft, wie die Welt ihren Energiehunger stillen kann. Angesichts der Atomkatastrophe, aber auch des Chaos in den arabischen Ölnationen, ist es auch fraglich geworden, ob Deutschland es sich leisten kann, demnächst die Kohleförderung einzustellen.

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