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NRZ: Neue Ruhr Zeitung: Die verstörende Macht der Bilder Kommentar von NRZ-Chefredakteur Rüdiger Oppers

Essen (ots) - Ein gewaltiges Erdbeben hat sich auf der anderen Seite der Erde ereignet und auch uns tief erschüttert. Niemand kann sich der verstörenden Macht der Bilder aus dem von historischen Unglücken schwer getroffenen Japan entziehen. Eine global vernetzte Welt hat einen wahren Medien-Tsunami in unsere Wohnzimmer gespült und verschafft die zweifelhafte Chance, großes Leid und Unglück "live" beobachten zu können. Ist das eigentlich "fernsehen" oder "gaffen" wie beim Unfall auf der Autobahn? Die meisten Deutschen fühlen mit den Menschen, die zu Opfern einer für uns kaum vorstellbaren Naturkatastrophe geworden sind. Erinnerungen an den Tsunami, der 2004 in Asien über eine Viertel Million Tote forderte, sind unausweichlich. So schockiert das Mega-Beben die ganze Welt, weil es Urängste wach ruft. Erdbeben und Monsterwellen konfrontieren uns Menschen mit einer banalen, oft verdrängten Tatsache: Wir sind nicht die Meister des Universums - auch wenn wir uns gerne so aufspielen. Mächtiger als der Mensch bleibt die Natur. Nun hat die Wucht elementarer Kräfte eine der am höchsten technisierten Nationen der Welt getroffen. Die Folgen sind noch unabsehbar. Besonders beängstigend sind die Bilder brennender Atomkraftwerke. Seit dem GAU von Tschernobyl stand die Welt noch nie so nah vor einer atomaren Katastrophe. Reaktoren außer Kontrolle; Evakuierungen rund um AKWs - auch das sind apokalyptische Nachrichten. Nach dem Beben und der furchtbaren Flut droht eine Reaktorkatastrophe. Allerdings wäre die nicht Folge der unkontrollierbaren Naturgewalten, sondern von Menschenhand gemacht. Denn Atomkraft ist nicht so sicher, wie wir es glauben sollen. Aus diesem Schock kann die Politik lernen, nicht nur in Japan, sondern auch in Europa. Das nächste Erdbeben ist unvermeidlich, der atomare GAU nicht unbedingt. Beeindruckend ist die schnelle internationale Hilfe für Japan. Gerade Nationen wie Korea, Russland oder China, die mit Japan erbitterten Streit pflegen, sind die ersten Nothelfer. Der Wunsch mag naiv sein, aber es wäre ein Sieg der Humanität, wenn nicht erst Naturkatastrophen, verfeindete Länder zusammenführen würden.

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