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Westfalenpost: Es knirscht ungesund Details gefährden das Koalitions-Ganze

Hagen (ots)

Von Bodo Zapp
Angela Merkel mag bedauern, dass es nicht mehr Auslandstermine 
gibt, bei denen sie sich vom Inlandsverdruss erholen kann. Für die 
Kanzlerin kommt es zur Zeit dicke: Kein Stimmungsgewinn durch Wahlen,
nichts als Ärger mit der wichtigen Gesundheitsreform, im eigenen 
Hause wirkt sie nicht wie die unumstrittene Chefin.
 Manche sagen "Überforderungsgrenze" und meinen das mit der 
Überforderung eigentlich anders. Weil sie es selbst besser könnten, 
wenn man sie ließe. Warum CDU-Landesfürsten erst so spät die 
Protesthandschuhe in den Koalitionsring werfen, was von Münteferings 
Merkel-Verteidigung zu halten ist, was sich die oppositionelle FDP 
von dem Krach verspricht - all dies führt zu einer unübersichtlichen 
Gemengelage in Berlin. Alle kochen ihr Süppchen, aber auslöffeln 
sollen es andere.
 Letztlich krankt die Gesundheitsreform, die kaum ein Laie noch 
versteht, an der prinzipiellen Unvereinbarkeit der Parteiziele 
Kopfpauschale und Bürgerversicherung. Der mühevoll gefundene 
Irgendwie-Kompromiss mit Gesundheitsfonds wird nach kosmetischen 
Korrekturen zur Gesichtswahrung wohl kommen, doch nichts wirklich 
lösen.
 Bei allem Hickhack-Nebel: CDU und SPD können kein echtes Interesse 
daran haben, die große Koalition schon jetzt scheitern zu lassen. 
Niemand käme ungeschoren davon. Neue politische Farbenspiele böten im
Übrigen keine Gesundheits-Gewähr. Im Gegenteil: Zwischen Westerwelle 
und Beck liegen Welten. Von Ulla Schmidt ganz zu schweigen.
 Merkel muss kämpfen. Um die Sache, um die Koalition, um ihr Amt. Der
Ausblick nach Mitstreitern kann sie nicht froh stimmen.

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