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Westfalenpost: Fremde Länder Fall Rahman wirft Grundsatzfragen auf

Hagen (ots)

Von Bodo Zapp
Man kann wohl davon ausgehen, dass Abdul Rahman nicht sterben 
muss, weil er Christ geworden ist. In Afghanistan wird man einen Weg 
finden, nicht die ganze westlich orientierte Welt gegen sich 
aufzubringen. Mehr oder weniger energische Einmischungen von 
Kanzlerin Merkel und US-Außenministerin Rice sollten die 
lebenserhaltende Wirkung nicht verfehlen.
 Käme es doch zu einem Hinrichtungsurteil, wäre es an Präsident 
Karsai, mit einer Verweigerung seiner Unterschrift die Vollstreckung 
zu verhindern. Möglicherweise ist die Attestierung einer angeblichen 
Unzurechnungsfähigkeit für Abdul Rahmann der sicherste Schutz vor dem
Henker. Doch ändert die erhoffte gute Lösung nichts am Bestehen des 
grundsätzlichen Problems: Ein Land, in dem die Scharia das Maß der 
Rechtsdinge vorgibt, hat nichts gemein mit unseren Vorstellungen von 
Menschenrechten.
 Sage niemand von den politisch Verantwortlichen, dass er über die 
Gesetzeslage im tief religiös geprägten Afghanistan nichts gewusst 
habe. Sagen sollte man aber, dass dieser Bundeswehr-Einsatzort der 
deutschen Gesellschaft völlig fremd ist. Welche Freiheit verteidigen 
sie da? Das Recht, Frauen als Menschen dritter Klasse zu behandeln? 
Die Freiheit, Andersdenkende zu verfolgen?
 Sofort mit dem Abzug der Soldaten zu drohen, falls deutsche 
Forderungen nicht erfüllt werden, ist falsch. Aber wir - vor allem 
die "entsendenden" Politiker - müssen uns ganz klar darüber sein, was
wir in solchen Ländern zu suchen haben. Das betrifft nicht nur 
Afghanistan. Es droht der Einsatz im Kongo, wo Recht und Gesetz 
Fremdworte sind.

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