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Westfalenpost: Machtanspruch Radikale: Zusammenstoß der Kulturen

Hagen (ots)

Von Jörg Bartmann
Auf der Tagesordnung der Münchner Sicherheitskonferenz stand für 
die Bundeskanzlerin die Zukunft der Nato im Vordergrund. Eigentlich. 
Doch die Veranstaltung geriet für Angela Merkel zum scharfen Konflikt
mit dem Iran. Das nukleare Bemühen des Mullah-Regimes konterte sie 
deutlich: Man muss sich schon bei den Anfängen wehren.
 Das passt in die gegenwärtige Lage mit dem Karikaturen-Streit. Viele
Muslime fühlten sich sicherlich beleidigt, aber die dänischen 
Zeichnungen waren in erster Linie für fanatische Extremisten Mittel 
zum Zweck, die sich dabei der Unterstützung radikal-orientierter 
Staaten sicher sein durften. Es folgte eine Inszenierung, die darin 
gipfelte, neue Anschläge zu fordern und Botschaften europäscher 
Länder gleich in Brand zu stecken.
 Das ist Ausdruck eines Machtanspruches, der den Zusammenstoß der 
Kulturen provoziert und ihn auch will. Dabei setzen die Extremisten 
auf zweierlei: Zum einen wollen sie die Europäer einschüchtern, die 
Allianz mit den USA zerbröseln und das Existenzrecht Israels 
bestreiten. Dass Staaten wie Syrien diesem Vorsatz Platz und Raum 
geben, liegt auf der Hand. Die gewalttätigen Ausschreitungen wurden 
nicht unterbunden, das kann nur gewollt sein: Denn ansonsten hat der 
allgegenwärtige Sicherheitsapparat alles unter Kontrolle.
 Diesem Druck der Fanatiker darf man nicht nachgeben. Und das nicht 
immer einige Europa hat die Pflicht, seine freiheitlichen Grundrechte
zu verteidigen. Auch hierbei kann man nur darauf verweisen: Wehret 
den Anfängen. Dazu zählt ein ernsthafter Dialog, der eine friedliche 
Koexistenz als Ziel haben muss. Schließlich gibt es immer noch viele 
Minderheiten in Europa, die mitten in unserer Gesellschaft leben und 
keine Bindung haben. Genau diese Gruppen sind Ziel der radikalen 
Islamisten, um sie für ihre Interessen einzuspannen.
 Angefangen hat alles mit der Machtübernahme Khomeinis 1979 im Iran. 
In diese Fußstapfen ist der jetzige Präsident Mahmud Ahmadinedschad 
getreten, der nichts unversucht lässt, die Provokationen auf die 
Spitze zu treiben. Genau das wird zur Bewährungsprobe des Westens. 
Wir wissen, dass unsere Sicherheit von Toleranz und Zusammenarbeit 
abhängt. Schon deshalb muss es Grenzen geben, die man deutlich machen
sollte. Aus Kalkül, Furcht oder einzelnen Vorteilen dürfen wir nicht 
von unseren Grundwerten abrücken. Das beinhaltet auch einen sensiblen
Umgang mit anderen Religionen.
 Wobei es erlaubt sein muss, zu hinterfragen, wie es mit unseren 
Werten im Zusammenleben bestellt ist. Spielen Respekt, Würde, 
Toleranz noch die Rolle, die wir uns wünschen? Oder ist der 
Ellenbogen bestimmender Fakt einer kälter wer-denden Gesellschaft. 
Aber das ist wieder ein ganz anderes Thema.

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Telefon: 02331/9174160

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