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Westfalenpost: Reichlich Konfliktpotenzial
Kommentar von Monika Willer zur Frankfurter Buchmesse

Hagen (ots) - Ohne Lesekompetenz gibt es keine Meinungsbildung und damit keine Demokratie. In Zeiten des internationalen Säbelrasselns und der bewusst in demagogischer Absicht verbreiteten Falschmeldungen gewinnt das kritische Lesen daher an neuer Bedeutung. Die Frankfurter Buchmesse, der weltweit wichtigste und größte Umschlagplatz für Ideen, wird deshalb in diesem Jahr eine politische, und zwar mit reichlich Konfliktpotenzial. Alle sind sich einig, dass Meinungsfreiheit unabdingbar ist, zum Beispiel in der Türkei oder in China. Wie weit darf aber die Meinungsvielfalt in Deutschland gehen? Und wo befindet sich die Grenze zwischen Meinung und Hetze? Ausstellern, Journalisten und Besuchern stehen unbequeme Diskussionen bevor. Abgesehen davon zeigt die Branche ein erstaunliches Beharrungsvermögen, befindet sich jedoch in einem Umstrukturierungsprozess. Die Deutschen lieben ihre Bücher. Über 80.000 Titel werden jährlich hierzulande neu herausgebracht. Die Verlage sind wirtschaftlich zufrieden. Das elektronische Buch wird das gedruckte bei uns absehbar nicht ablösen, es bleibt ein Ergänzungsprodukt für Urlaub oder Wissenschaft. Aber: Die Vertriebswege verändern sich. Der Handel verlagert sich vom stationären Laden ins Internet. Die Branche begegnet dem durchaus erfolgreich mit eigenen Konzepten des Online-Verkaufs. Dennoch sind zahlreiche Geschäftsaufgaben absehbar. Die Konsequenzen für die Innenstädte dürften fatal sein. Denn die Buchbranche ist nicht irgendeine Branche. Sie ist auch ein Frühwarnsystem für gesellschaftliche Entwicklungen.

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