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WAZ: Die SPD und die Rente mit 67 - Blick vernebelt - Kommentar von Walter Bau

Essen (ots) - Die Rente mit 67 ist nicht beliebt beim Wahlvolk. Länger arbeiten - wer will das schon? Was liegt da näher, als die ungeliebte Reform erst einmal auszusetzen? Wird sich schon irgendwie erledigen, das leidige Thema. Dass man die Verschiebung des Renteneintrittsalters noch vor ein paar Jahren mit beschlossen hatte - was stört mich mein Geschwätz von gestern?! Dies ist - zugegebenermaßen polemisch zugespitzt, aber in der Sache korrekt - die Haltung weiter Teile der SPD in der aktuellen Rentendebatte. Bei der Abwägung zwischen verantwortungsvoller, aber unpopulärer Politik auf der einen und innerparteilicher Klimapflege auf der anderen Seite entscheidet sich die Parteispitze offenbar mit ihrem so genannten Kompromiss für die letztere Variante. Es ist nicht eben seriös, in der Opposition Beschlüsse aus der eigenen Regierungszeit wie lästigen Ballast abzuwerfen. Die SPD weiß um die demografische Entwicklung in der Bundesrepublik, die allein schon ein Umsteuern in der Rentenpolitik erforderlich macht. Wer dies ignoriert, handelt nicht verantwortlich. Doch die zuletzt wieder gestiegenen Werte in den Meinungsumfragen scheinen vielen in der Partei den Blick auf die Realität zu vernebeln.

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