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WAZ: Die zwei Welten des DFB. Kommentar von Reinhard Schüssler

    Essen (ots) - Zwischen der heilen und der düsteren Welt des deutschen Fußballs lagen nur ein paar hundert Meter.  Während in der einen der junge Torwart  René Adler als  Sympathieträger mit einer strahlenden Zukunft präsentiert wurde,  entwarf in der anderen der Anwalt des Ex-Schiedsrichters Manfred Amerell das Bild eines Verbandes, von dem er sich "nur mit Grauen abwenden könne".

    Dreieinhalb Monate vor Beginn der Weltmeisterschaft in Südafrika hat Bundestrainer Joachim Löw einer etwaigen Torwart-Diskussion die Spitze genommen. Und es ist auch nicht zu befürchten, dass  es - wie 2006 mit Kahn und Lehmann - noch zu einem verbalen Kleinkrieg zwischen den Keeper-Konkurrenten kommen wird. Umso wahrscheinlicher ist, dass der Verband noch monatelang  mit einer Schlammschlacht beschäftigt sein wird,  die nicht nur das Ansehen eines oder mehrerer Schiedsrichter, sondern des ganzen deutschen Fußballs beschädigt.

    Auch wenn sich ein differenziertes Urteil über die unappetitlichen Vorgänge mangels sicherer  Indizien noch verbietet - für einen irreparablen Imageschaden reichen die Vorwürfe, die von sexueller Nötigung auf der einen bis zu Vertuschung und Verschleierung auf der anderen Seite reichen, allemal. Soviel ist sicher: Aus dieser Nummer kommt keiner mehr sauber heraus.

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