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09.11.2006 – 18:16

Märkische Oderzeitung

Märkische Oderzeitung: Die Märkische Oderzeitung kommentiert zur Flucht des sächsischen Sexualstraftäters auf das Gefängnisdach:

Frankfurt/Oder (ots)

Was für ein Schauspiel wurde dort dem
Publikum geboten, dessen Wut unaufhörlich anschwoll. Ein Mann, der 
schon gestanden hat, das Mädchen Stephanie entführt, vergewaltigt und
auf andere Weise gequält zu haben, konnte in der Haftanstalt machen, 
was er will. Er kletterte unbehelligt auf ein Dach, hielt dort rund 
20 Stunden wie auf einer Bühne alle zum Narren, wurde mit Decke und 
wärmendem Tee versorgt   und vor den Kameras erzählten offizielle 
Sprecher, dass man keine Fehler gemacht habe.
Stattdessen wird der Prozess ausgesetzt, weil Mario M. nach seinem
nächtlichen Ausflug zu erschöpft ist. Der Arme. Und: Was interessiert
das sein Opfer? Um deren Wohlergehen muss es in jedem Fall mehr gehen
als um die Fitness des Täters.
Es sind Ereignisse wie in Dresden, die immer wieder Menschen an 
Recht und Gerechtigkeit zweifeln lassen. Dagegen hilft nur, dass 
nicht der Hauch eines Zweifels auftaucht, wessen Seele wichtiger ist 
die des Opfers oder die des Täters. Und es bedarf zeitnaher 
Konsequenzen aus offensichtlichem Versagen. Wann will der 
Justizminister zurücktreten, wenn nicht jetzt? Und wann der Leiter 
dieser fidelen Haftanstalt? +++

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Märkische Oderzeitung
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Telefon: 0335/5530 563
cvd@moz.de

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