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Oxfam gibt reichen Ländern Schuld an Stagnation der Welthandelsgespräche

Genf/Berlin (ots)

Oxfam kritisierte heute die EU und die USA
wegen der Stagnation der Welthandelsgespräche. Pérez del Castillo,
der Vorsitzende des Allgemeinen Rates der Welthandelsorganisation
(WTO), erklärte heute in Genf, dass die WTO nicht vor Februar 2004 in
der Lage sein werde, die Verhandlungen neu zu beginnen, da es
weiterhin Meinungsverschiedenheiten zu Schlüsselthemen wie Baumwolle,
Agrarpolitik und den "Singapur-Themen" gebe.
"Die heutige Erklärung ist keine Überraschung, aber dennoch eine
riesige Enttäuschung für Millionen von Armen, denen eine Reform des
Welthandels nutzen würde", sagte Michael Bailey, Oxfams Beobachter
der Handelsgespräche in Genf. "Seit die Verhandlungen in Cancún
zusammenbrachen, haben die Entwicklungsländer wiederholt ihre
Bereitschaft gezeigt, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Die
Verbohrtheit der reichen Länder ist für die heutige Stagnation
verantwortlich. Es war nach Cancún notwendig, die Situation zu
überdenken und neu einzuschätzen, aber die Zeit des Haderns und der
Schuldzuweisungen muss nun beendet und echte Verhandlungen müssen neu
begonnen werden."
Der "Chairman's Text", der heute früh von Herrn Castillo
vorgestellt wurde, gibt weder Zeitvorgaben noch entwirft er konkrete
Reformlinien. Es gibt lediglich einige Hinweise darauf, wie die
Verhandlungen im kommenden Jahr voranschreiten könnten:
  • Baumwolle: Der Text besagt, dass "multilaterale Verhandlungen Zeit benötigen". Aber für die 10 Millionen Baumwollbauern in West-Afrika, deren Lebensgrundlagen durch US-Baumwollsubventionen zerstört werden, läuft die Zeit davon.
  • Agrarpolitik: Herr Castillo drängt die Mitglieder, sich zur "Abschaffung aller Formen von Exportsubventionen", die zu Exportdumping führen, zu bekennen und nennt dies ein "Muss" für erfolgreiche Verhandlungen. Er erwähnt die Notwendigkeit der Festlegung eines Stichtags für das Auslaufen dieser Subventionen. Drei Viertel der armen Weltbevölkerung hängt von der Landwirtschaft ab. Eine solche Reform, angeführt von der EU und den USA, ist daher entscheidend für die weltweite Armutsbekämpfung.
  • Singapur-Themen: Heute haben sich mindesten 44 Entwicklungsländer - sie repräsentieren mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung - erneut gegen eine Verhandlung der Singapur-Themen ausgesprochen. Das Beharren der EU auf diesen Themen hat die Verhandlungen in Cancún scheitern lassen, und es verlängert nun den Stillstand der Gespräche in Genf.
Michael Bailey: "Es ist absurd, dass eine Handvoll großer
Produzenten und das Agrobusiness in den reichen Ländern die
Welthandelsgespräche als Geisel nehmen. Die EU und die USA müssen
über den Tellerrand kurzfristiger, kommerzieller Eigeninteressen
blicken und erkennen, dass Wirtschaftswachstum in Entwicklungsländern
für globale Prosperität und Sicherheit unerlässlich ist."

Kontakt:

Jörn Kalinski 030 42850621;
in Genf: Michael Bailey +44 7968 196102

Original-Content von: OXFAM Deutschland e.V., übermittelt durch news aktuell

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