Bundesverband Erneuerbare Energie e.V.
BEG-Reform: BEE begrüßt Grundsystematik und fordert gezielte Nachbesserungen
BEG-Reform: BEE begrüßt Grundsystematik und fordert gezielte Nachbesserungen
Berlin 9. Juli 2026 - Die Bundesregierung hat beschlossen, die Bundesförderung effiziente Gebäude (BEG) zu kürzen. Die Einsparungen will die Bundesregierung primär über ein halbjährliches Absenken der maximal förderfähigen Kosten sowie des Klimageschwindigkeitsbonus erreichen. Die Maßnahmen werden gekoppelt mit einer sozialen Staffelung sowie einem einmaligen Zuschlag für Haushalte mit Kindern. Zudem ist ein Bonus für Wärmepumpen vorgesehen, die im europäischen Wirtschaftsraum produziert wurden.
Letzteren Impuls begrüßt der BEE ausdrücklich als einen wichtigen Beitrag zur Standortsicherung. In einzelnen Punkten der jetzigen Ausgestaltung sieht der Verband jedoch die Gefahr von Fehlsteuerungen zugunsten fossiler Heizsysteme.
BEE-Präsidentin Ursula Heinen-Esser: „Zunächst einmal ist es positiv, dass die grundsätzliche Systematik der BEG beibehalten werden soll. Ob das halbjährliche Abschmelzen der maximalen Förderhöhe aber den gewünschten Effekt erzielt, mehr Haushalte zu einem frühen Umstieg auf klimaneutrale Heizsysteme zu bewegen, darf angezweifelt werden.“
Insbesondere die sofortige Absenkung der förderfähigen Kosten um 2000 Euro droht, dringend notwendige Investitionen in klimaneutrale Heizsysteme zu verhindern. Der BEE plädiert daher dafür, die BEG mit anderen Maßnahmen wie einer stringenten CO₂-Bepreisung zu flankieren. Ohne diese könnten Haushalte dazu verleitet werden, doch noch auf vermeintlich günstigere fossile Heizungen zu setzen – eine vermeidbare Fehlsteuerung.
Die anstehende Reform stellt zudem insbesondere erneuerbare Hybridlösungen vor große Herausforderungen: „Ambitionierte und besonders effiziente Heizsysteme wie Pelletkessel oder Wärmepumpen in Kombination mit Solarthermie oder Erdwärmepumpen sind mit höheren Investitionskosten verbunden. Gerade sie sind daher auf höhere Fördersätze angewiesen“, so Heinen-Esser.
Behutsamer gestaltet werden sollte nach Ansicht des BEE zudem die Absenkung des sogenannten Klimageschwindigkeitsbonus für selbstnutzende Eigentümer, die eine mindestens zwanzig Jahre alte Heizung ersetzen wollen. Ein sanfterer Absenkungspfad von beispielsweise vier Prozent jährlich wäre besser geeignet, Verbraucherinnen und Verbraucher zur Umstellung zu ermutigen. Ein langsameres Absenken würde zudem den Spielraum schaffen, den Bonus auch auf vermietete und gewerblich genutzte Gebäude auszuweiten. So würde die Förderung nicht nur für Eigentümer, sondern auch für Mieterinnen und Mieter wirksam.
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