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14.09.2018 – 13:21

foodwatch e.V.

Keinen gezuckerten Kakao mehr im NRW-Schulmilchprogramm: Ärzte, Wissenschaftler, Lehrer- und Elternvertreter appellieren an Landesregierung

Berlin (ots)

   - Experten für ausgewogene Mittagsverpflegung, Obst und Gemüse 
     statt Zuckermilch
   - Kinderärzteverband, Adipositas-Gesellschaft, 
     Bundeszahnärztekammer werben für Änderungen am 
     Schulmilchprogramm in NRW
   - Auch Vorsitzende von GEW, Jungen Lehrern und Elternkonferenz 
     zeichnen Appell 

Renommierte Ärzte, Ernährungsexperten und Wissenschaftler sowie Vertreter von Lehrern und Eltern appellieren an die Landesregierung in Nordrhein-Westfalen, die steuerfinanzierte Förderung von gezuckertem Kakao im Schulmilchprogramm zu beenden. In einem von der Verbraucherorganisation foodwatch initiierten und am Freitag veröffentlichten Empfehlungsschreiben sprechen sie sich dafür aus, statt auf Subventionen für Milchprodukte mit zugesetztem Zucker auf eine ausgewogene Mittagsverpflegung und ausreichend Obst und Gemüse an Schulen und Kindertagesstätten zu setzen.

Führende Diabetologen, Ernährungswissenschaftler, Zahnmediziner und Kinderärzte argumentieren in dem Schreiben, weshalb aus ihrer Sicht die Förderung von Milchprodukten mit Zuckerzusatz nachteilig ist. Auch die NRW-Landesvorsitzenden der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), der Landeselternkonferenz sowie der Jungen Lehrer zeichneten den Appell.

"Die Verteilung gezuckerter Schulmilchen ist antiquiert und schädlich für die Gesundheit der Kinder - sie sollte nicht mehr gefördert werden", erklärte zum Beispiel Prof. Dr. Matthias Blüher, Präsident der Deutschen Adipositas-Gesellschaft.

Der frühere Präsident der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE), Prof. Dr. Helmut Heseker vom Institut für Ernährung der Universität Paderborn sagte: "In den 60er Jahren hat es sicherlich Sinn gemacht, den damals 'schmächtigen' Kindern eine preisreduzierte, energie- und nährstoffreiche Pausennahrung zukommen zu lassen. Aber heute benötigen Kinder und Jugendliche kein energiehaltiges Pausengetränk. Leider ist es inzwischen eine reine Marketingmaßnahme, um den Milchabsatz zu erhöhen."

"Wir als Eltern wünschen uns im Lebensraum Schule, dass unseren Kindern ein gesundes und vollwertiges Nahrungsangebot für den Schultag unterbreitet wird", formulierte Dr. Christina Herold, Vorsitzende der Landeselternkonferenz.

Prof. Dr. Dietmar Oesterreich, Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer, argumentierte: "Wissenschaftliche Forschungen belegen, dass das Kariesrisiko deutlich mit der Frequenz der Zuckeraufnahme zusammenhängt. Deshalb sollte auf zuckerhaltige Zwischenmahlzeiten oder Getränke verzichtet werden."

Dorothea Schäfer, Landesvorsitzende der GEW: "Das Land NRW wäre gut beraten, das Schulmilchprogramm auf nicht gezuckerte Milch zu reduzieren, so wie es bereits 13 andere Bundesländer gemacht haben. Von dem eingesparten Geld könnte zum Beispiel der Programmteil 'Schulobst- und Gemüse' erweitert werden."

Das Empfehlungsschreiben unterstützen zudem Dr. Roswitha Dickerhoff (Kinderärztin, ehemals Universitätsklinikum Düsseldorf), Dr. Thomas Fischbach (Kinderarzt in Solingen und Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte), Dr. Marcus Heidemann (Sprecher der Bielefelder Kinder- und Jugendärzte), Dr. Jens Kröger (Vorstandsvorsitzender von diabetesDE - Deutsche Diabetes-Hilfe), Prof. Dr. med Alfred Längler (Leitender Arzt der Abteilung für Kinder und Jugendmedizin und Ärztlicher Direktor am Gemeinschaftskrankenhaus Herdecke), Prof. Dr. Volker Peinelt (Mönchengladbach; ehemaliger Hochschullehrer an der Hochschule Niederrhein, Fachbereich Oecotrophologie, zuständig für den Bereich Catering-Services mit dem Schwerpunkt Schulverpflegung), Univ. Prof. Dr. med. Andreas Pfeiffer (Direktor der Abteilung Endokrinologie, Diabetes und Ernährungsmedizin der Charité und der Abt. Klinische Ernährung am Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke), Prof. Dr. Thomas Reinehr (Chefarzt der Abteilung für Pädiatrische Endokrinologie, Diabetologie und Ernährungsmedizin, Vestische Kinder- und Jugendklinik der Universität Witten/Herdecke) sowie Sarah Wanders (Vorsitzende junge lehrer nrw).

foodwatch forderte die nordrhein-westfälische Umweltministerin Ursula Heinen-Esser auf, den Argumenten der Experten zu folgen und im Sinne der Kindergesundheit die Kakao-Förderung mit Steuergeldern zu stoppen. Nordrhein-Westfalen ist neben Berlin und Brandenburg das einzige Bundesland, das an der Förderung gezuckerter Milchprodukte festhält. Nach Kritik von foodwatch hatte zuletzt Hessen ein Ende der Kakao-Förderung verkündet. In NRW kündigte Ministerin Heinen-Esser eine Evaluation des Schulmilchprogramms bis zu den Herbstferien an.

15 Prozent der Kinder und Jugendlichen gelten als übergewichtig - ein wesentlicher Grund dafür ist eine unausgewogene Ernährung. Besonders der zu hohe Konsum gezuckerter Lebensmittel wird von Ernährungswissenschaftlern, der Ärzteschaft und der Weltgesundheitsorganisation gleichermaßen bemängelt. Die Bundesregierung hat Zuckerreduktion zum politischen Ziel erklärt. Aus Sicht von foodwatch ist die Zucker-Förderung über das Schulmilchprogramm daher verfehlt. Stattdessen müsse das Land eine ausgewogene Mittagsverpflegung mit verpflichtenden Qualitätsstandards durchsetzen, über die auch die Kalziumversorgung gewährleistet werden kann. Zudem könne ein Schulobst- und Gemüse-Programm für alle Schulen statt nur für einige in NRW angeboten werden. Nicht zuletzt sind die Schulmilchprodukte in NRW alles andere als günstig - wollen Eltern oder Schulen den Kindern regelmäßig Milch anbieten, können sie dies über Produkte aus dem Handel deutlich preisgünstiger umsetzen.

Link: E-Mail-Aktion von foodwatch: www.aktion-schulmilch.foodwatch.de

Quellen und weiterführende Informationen:

   - Empfehlungsschreiben inklusive Zitaten von Ärzten, 
     Wissenschaftlern und Experten für Änderungen am 
     NRW-Schulmilchprogramm: www.t1p.de/w07x
   - Zusammenfassung der foodwatch-Recherchen zu Schulmilch (Stand: 
     14. August 2018): www.t1p.de/tgu4 

Pressekontakt:

Andreas Winkler
E-Mail: presse@foodwatch.de
Tel.: +49 (0)30 / 24 04 76 290

Original-Content von: foodwatch e.V., übermittelt durch news aktuell

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