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Lausitzer Rundschau: Zu Irak/Entführung: Gefährliche Panne

    Cottbus (ots) - Die Lausitzer Rundschau, Cottbus, zu Irak/Entführung:

    Kaum mehr als einen Monat nach der Freilassung der deutschen Archäologin Susanne Osthoff sind gestern im Irak erneut Deutsche in die Hände von Entführern gefallen – zwei für eine sächsische Firma tätige Ingenieure. Als erste Reaktion auf diese Nachricht mag sich bei manchem Unverständnis einstellen. Unverständnis darüber, dass noch immer rund 100 Deutsche unter Lebensgefahr an Euphrat und Tigris ausharren. Schließlich haben Entführer dort seit dem Jahr 2004 bereits über 200 Geiseln genommen und mehr als 50 von ihnen getötet. Und doch: Ein Rückzug aller westlichen Zivilisten hieße, das Land sich selbst zu überlassen. Das kann keine Option sein. Auch nicht für die Deutschen, die sich nicht an der US-geführten Invasion im Irak beteiligt hatten. Der Westen insgesamt hat jetzt eine Verantwortung für das Land, muss ihr gerecht werden und dabei die eigenen Leute so gut wie möglich schützen. In diesem Zusammenhang lässt aufhorchen, dass es so kurz nach Osthoff schon wieder zwei Deutsche erwischt hat. Möglicherweise hängt das mit einer Informationspanne zusammen – dem Durchsickern der Nachricht, dass die Bundesregierung offenbar, entgegen aller Beteuerungen, doch ein Millionen-Lösegeld für die Archäologin bezahlt hat. Nicht unwahrscheinlich, dass nun andere Geisel-Gangster auf ebenso reiche Beute hoffen. Wer immer die Panne zu verantworten hat – die Situation für Deutsche im Irak hat er noch gefährlicher werden lassen.


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