Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena)

Erdgasfahrzeuge: Modellangebot stark ausgebaut
Politik muss positiven Ankündigungen nun Taten folgen lassen

Übergabe des dritten Fortschrittsberichts der Initiative Erdgasmobilität (Berlin, 30. Juni 2015). Von links nach rechts: Jutta Groh (Wingas), Dr. Timm Kehler (erdgas mobil), Elmar Kühn (UNITI), Ulrich Benterbusch (dena), Friedrich Lesche (Iveco), Norbert Barthle (BMVI), Ulrich Chiellino (ADAC), Dr.... mehr

Berlin (ots) - Die Automobilwirtschaft hat zwischen 2011 und 2014 das Angebot an Erdgas-Pkws von 15 auf 24 Modelle ausgebaut. Damit kann inzwischen etwa jedes vierte, in Deutschland gekaufte Auto mit Erdgas betrieben werden. Gleichwohl stagniert in jüngster Zeit der Absatz von Erdgasfahrzeugen. Ursachen hierfür sind die niedrigen Erdölpreise und die nur schwer vergleichbaren Preisangaben für Benzin und Erdgas an der Tankstelle. Darauf verwies die Initiative Erdgasmobilität, die am Dienstag in Berlin ihren dritten Fortschrittsbericht an den Parlamentarischen Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, Norbert Barthle, übergeben hat. Die Initiative wird von der Deutschen Energie-Agentur (dena) koordiniert, beteiligt sind führende Fahrzeughersteller, Energieunternehmen und der ADAC.

Bei der Übergabe des dritten Fortschrittsberichts erklärte Norbert Barthle, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur: "Mit unserer Schirmherrschaft für die Initiative Erdgasmobilität unterstützen wir Erdgas als wichtige Kraftstoffalternative. Erfreulicherweise werden Erdgasantriebe zunehmend auch für den Schwerlastverkehr und die Schifffahrt attraktiv. Erdgas und Biomethan sind ein unverzichtbarer Beitrag zum Klimaschutz, da sie den CO2-Ausstoß gegenüber der Nutzung von Benzin heute schon im Durchschnitt um 35 Prozent senken. Das Bundesverkehrsministerium setzt sich daher für die Fortführung der Steuerbegünstigung für Erdgas ein, um den Nutzern und Anbietern dieser Technologie die notwendige Planungssicherheit zu geben. Hierbei sind wir auf gutem Weg."

Zur Nutzung dieses Potenzials mahnte die Initiative dringenden Handlungsbedarf an. Während Erdgasfahrzeuge zwischen 2011 und 2013 deutliche Marktanteile hinzugewonnen haben, verlangsamte sich das Tempo seit 2014. Zwischen Januar und April 2015 lagen die Absatzzahlen von Erdgasfahrzeugen sogar unter jenen des Vorjahres. Für mehr Klimaschutz im Straßenverkehr hat die Initiative Erdgasmobilität branchenübergreifend konkrete Vorschläge ausgearbeitet. Zwei Themen stehen besonders im Fokus:

1. Entsprechend des Aktionsprogramms Klimaschutz 2020 der Bundesregierung ist die Energiesteuerermäßigung über das Jahr 2018 hinaus zu verlängern. Bei der Umsetzung ist Eile geboten, da Tankstellenbetreiber, Fahrzeugindustrie und Interessenten für Erdgasfahrzeugen dringend Planungssicherheit benötigen.

2. Die Preisauszeichnung an Tankstellen muss einen Vergleich gegenüber herkömmlichen Kraftstoffen, beispielsweise als Äquivalent zu einem Liter Benzin, ermöglichen. Die entsprechende Vorgabe der EU-Richtlinie über die Infrastruktur für alternative Kraftstoffe (2014/94/EU) vom Oktober 2014 muss durch Brüssel und Berlin zügig umgesetzt werden.

Ulrich Benterbusch, Geschäftsführer der dena: "Ein halbes Jahr vor dem UN-Klimagipfel in Paris muss die Politik Erdgasmobilität entsprechend ihrer Ankündigungen endlich stärken. Andernfalls bleibt der Straßenverkehr auf Dauer eine klimapolitische Hypothek."

Der Fortschrittsbericht zeigt die erhebliche Dynamik bei der Verbesserung des Fahrzeug- und Kraftstoffangebots im Bereich Erdgasmobilität. Die Fahrzeughersteller bieten inzwischen weit über 40 verschiedene Modelle an, ein Plus von etwa 50 Prozent seit 2011. Im gleichen Zeitraum hat sich der Marktanteil von Erdgas-Pkws um knapp 60 Prozent erhöht. Für Lkws steht mit verflüssigtem Erd- und Biogas (LNG) für die Langstrecke nun erstmals eine Alternative zum Diesel zur Verfügung. Ein weiteres wichtiges Ergebnis des Fortschrittsberichts ist, dass der Anteil von klimafreundlichem Biomethan im Erdgaskraftstoff steigt. Er verfünffachte sich seit 2011 auf circa 23 Prozent. Rohstoffbasis des Biomethans sind in erster Linie Reststoffe. Biomethan und Methan aus erneuerbaren Stromquellen können zudem in Reinform getankt werden, was annähernd CO2-neutrale Mobilität ermöglicht.

Zur Initiative Erdgasmobilität

Die Initiative Erdgasmobilität vereint Fahrzeughersteller (Daimler, Fiat, Iveco Magirus, Opel, Volkswagen Konzern, VDIK - Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller), Tankstellen (BP/Aral, Shell, UNITI - Bundesverband mittelständischer Mineralölunternehmen), Erdgas- und Biogaswirtschaft (erdgas mobil, VERBIO, WINGAS) und den ADAC. Die dena koordiniert die Initiative. Schirmherr ist das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI). In einem jährlich zu veröffentlichenden Fortschrittsbericht zeigt die Initiative, wie sich der Markt für Erdgasmobilität entwickelt, wie die Umsetzung der von der Initiative vereinbarten Maßnahmen vorankommt und was getan werden muss, um die Potenziale zu erschließen.

Mehr unter www.erdgasmobilitaet.info

Hinweis für Redaktionen: Ein druckfähiges Foto der Übergabe und der Fortschrittsbericht stehen unter www.dena.de/fortschrittsbericht zur Verfügung.

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