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Rheinische Post: Deutsch sprechen

    Düsseldorf (ots) - Von Stefan Reker

    Endlich wird sie konkret, die Debatte über die Integration der in Deutschland lebenden Einwanderer. Nach Jahren kuscheliger Multikulti-Seligkeit, die Toleranz oft mit Beliebigkeit verwechselte, bringen jetzt die Zwänge des Alltags den nötigen Druck. Vorbilder aus den Niederlanden und einigen deutschen Schulen mit hohem Migranten-Anteil zeigen die Richtung. Die Gesellschaft gibt einen Verhaltenskodex vor, der Prinzipien des toleranten Zusammenlebens definiert. Die einfachste und wichtigste Regel für den öffentlichen Raum vom Kindergarten bis zum Arbeitsplatz: Alle müssen Deutsch sprechen. Man mag das Leitkultur nennen - wenn die Öffentlichkeit sich über diesen Kodex einigt, ist gesetzlicher Zwang gar nicht nötig. Er wäre auch kaum möglich, man könnte schwerlich jemanden wegen Sprachmängeln ausweisen. Doch es ist untragbar, wenn hier geborene Kinder türkischer Eltern so aufwachsen, dass sie noch zur Einschulung kaum ein Wort Deutsch sprechen. Die Folgen: kein Schulabschluss, kein Job, keine Zukunft. Wer das zulässt, der diskriminiert. Einzelne Vertreter türkischer Gruppen, die den Ruf nach gemeinsamer Sprache als Diskriminierung ablehnen, zeigen nur, dass sie den Weg zur Integration nicht sehen können - oder wollen.

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