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Rheinische Post: Ohr am Verbraucher

    Düsseldorf (ots) - Von Margarete van Ackeren

    Grüne Gentechnik ist Forschritt, und Fortschritt ist gut, weil er Arbeitsplätze bringt  was in der Union lange Zeit zum Thema Gentechnik in der Landwirtschaft zu hören war, klang bisweilen arg optimistisch. Um nicht zu sagen: naiv. Das Vertrauen in die Segnungen der grünen Gentechnik wurde oft wie eine Zauberformel benutzt. Wenn die Koalition jetzt beim Gentechnikgesetz ein wenig bremst, muss das nicht schädlich sein. Denn deutsche Lebensmittel genießen weltweit einen guten Ruf. Den zu riskieren, kann auch ökonomisch ein Fehler sein. Selbstverständlich sollte man die Chancen der Gentechnik nicht durch einseitiges Sinnieren über Gefahren ausblenden. Doch in dieser Debatte gibt es einen Hinweis, der nachdenklich machen sollte: Die Versicherungswirtschaft  normalerweise an jedem Geschäft interessiert ist nach wie vor nur unter großen Einschränkungen bereit, das simple Risiko, das mit dem Anbau verbunden ist, zu tragen. Ein Hinweis auf ungebremstes Vertrauen in die Unbedenklichkeit der Gentechnik ist das nicht. Landwirtschaftsminister Horst Seehofer ist der erste aus der Regierungstruppe, der zurückhaltendere Signale setzt. Es gibt Themen, bei denen es gut ist, sein Ohr nah am Verbraucher zu haben.

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