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Türkischer Machtkampf = Von Matthias Beermann

Düsseldorf (ots) - Jahrelang waren die politischen Fronten in der Türkei ganz klar gezogen. Auf der einen Seite stand die alte Elite der Kemalisten, säkular bis ins Mark und von der Mission beseelt, die einst von Kemal Atatürk begründete moderne Türkei (und nebenbei ihre Pfründe) gegen die Mehrheit der frommen Türken verteidigen zu müssen. Auf der anderen Seite die Islamisten, die unter Recep Tayyip Erdogan schließlich die Regierung eroberten. Spätestens, seit die Militärs vor sechs Jahren mit dem Versuch scheiterten, Erdogans AKP-Partei verbieten zu lassen, ist dieser historische Machtkampf entschieden. Doch nun gibt es erneut Gerangel, diesmal im islamistischen Lager. Zwischen Erdogans Gefolge und der einflussreichen Gülen-Bewegung, einst zusammengeschweißt im Widerstand gegen Armee und Kemalisten, ist ein Bruderkrieg ausgebrochen. Wer diesmal den Sieg davonträgt, ist völlig offen. Klar scheint nur, dass die Türkei nach Jahren politischer Stabilität vor neuen Turbulenzen steht. Darauf muss man sich auch in der EU einstellen: Erdogans politische One-Man-Show neigt sich dem Ende zu.

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