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Rheinische Post: Gratwanderung Kinderschutz

Düsseldorf (ots) - Ein Kommentar von Eva Quadbeck:

Die Sportvereine und Jugendverbände haben recht mit ihrem Einwand, dass die Forderung nach einem erweiterten polizeilichen Führungszeugnis die Arbeit der Ehrenamtler erschwert. Es gibt dadurch auch keine absolute Sicherheit vor sexuellen Übergriffen. Zudem ist das Argument, dass sich unbescholtene Bürger unter Generalverdacht fühlen könnten, schwerwiegend. Doch gegen diese neue Last fürs bürgerschaftliche Engagement steht ein sehr hohes Gut: die körperliche und seelische Unversehrtheit der Kinder, die den Vereinen und Jugendeinrichtungen anvertraut werden. Kinderschutz ist in vielen Bereichen eine Gratwanderung zwischen Aufmerksamkeit und Hysterie. Die Arbeit am neuen Kinderschutzgesetz spiegelt das wider: Seit mehr als zwei Jahren ringt mittlerweile die zweite Regierung mit den neuen Paragrafen. Der Plan der Regierung, auch von Ehrenamtlern, die regelmäßig mit Kindern arbeiten, eben jenes erweiterte polizeiliche Führungszeugnis zu verlangen, ist richtig. Der Schutz der Kinder ist bedeutender als die Unannehmlichkeiten, die Vereinen und Verbänden dadurch entstehen. Die Übungsleiter in den Sportvereinen müssen schließlich auch einen Übungsleiter-Schein vorlegen, für den deutlich mehr Aufwand erforderlich ist als für die Beantragung des Führungszeugnisses.

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