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Rheinische Post: Merkels G 20 Kommentar Von Gregor Mayntz

Düsseldorf (ots) - Barack Obama dürfte sich allmählich wie Gary Lineker fühlen. Dem englischen Fußballprofi verdanken wir die Weisheit: "Fußball ist ganz einfach: 22 Männer jagen 90 Minuten einen Ball, und am Ende gewinnen immer die Deutschen." Aus Sicht des US-Präsidenten lassen sich die G-20- und G-8-Gipfel inzwischen ähnlich erläutern: "Weltgipfel sind ganz einfach: Die Chefs der wichtigsten Länder kommen für zwei Tage mit völlig verschiedenen Positionen zusammen, und am Ende machen sie das, was die deutsche Kanzlerin will." So geschehen beim Gipfel in London: Da kamen mehr Kontrollen für die Finanzwelt heraus, als die USA wollten. So nun auch absehbar in Seoul: Hier wird es weniger Kontrollen der Exportüberschüsse geben, als es die USA verlangten. Linekers These hat freilich einen Haken. Am Ende gewinnen nicht immer die Deutschen, wie auch die letzte Fußball-WM wieder gezeigt hat. Die deutsche Elf war nur die gefühlte Siegerin. Und so ist es auch bei Merkel. Ob eine Gipfelerklärung so verwässert oder so verschärft wird, dass klar ist, wer sich "durchgesetzt" hat, ist nur ein Sieg auf dem Papier. Entscheidend ist, welche verbindlichen Regeln hinterher auch wirklich kommen. Und da spielt Merkel noch weit vom gegnerischen Tor entfernt.

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