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Weser-Kurier: Kommentar von Petra Sigge zur Milchquote:

Bremen (ots) - Früher standen die Milchkühe im Sommerhalbjahr auf der Weide. Heute sind sie oft ganzjährig in sogenannten Offenställen untergebracht, die in den letzten Jahren auf den Höfen errichtet wurden. Wie viele Kühe ein Bauer halten kann, ist damit nicht mehr von der Größe seiner Weideflächen abhängig. Und wie viel Milch ein Landwirt produziert, kann er sich rein unternehmerisch überlegen: Wie viele Tiere kann ich optimal versorgen? Komme ich günstig an genügend Futter? Die Milchquote war dabei nur noch hinderlich. Das Geld, was sie bisher für den Quotenzukauf oder Strafzahlungen ausgeben mussten, können sich die Bauern in Zukunft sparen und stattdessen in ihre Höfe investieren. Viele tun das auch, nach dem Motto: je mehr Kühe, desto mehr Gewinn. Doch diese Rechnung muss nicht unbedingt aufgehen. Denn ist zu viel Milch am Markt, stürzt der Preis auch mal ab. Und das kann bei ungezügeltem Wettbewerb ganz bitter werden. Wer produktiv genug ist und das Wachstum nicht nur auf Pump finanziert hat, übersteht eine solche Durststrecke vielleicht, wer nicht, muss aufgeben. Aber nicht alle Milcherzeuger wollen diesen Wachstumswettlauf mitmachen; sie suchen nach anderen Perspektiven für ihren Betrieb. Statt auf ganzjährige Stallhaltung setzen sie zum Beispiel auf Weidehaltung. Weil es Käufer gibt, die dafür gerne einiges mehr pro Liter bezahlen. Für das Versprechen, dass die Kühe nicht nur Silage zu futtern kriegen, sondern an mindestens 120 Tagen für mehr als sechs Stunden zum Grasfressen auf die Weide kommen. In Holland hat es Weidemilch bereits zu erstaunlichen Marktanteilen gebracht. Auch in Norddeutschland gibt es bereits Molkereien, die erfolgreich damit werben, dass ihre Milch von Weidekühen stammt. Und siehe da, auch das kann sich rechnen. Ohne Massenviehhaltung und auch ohne Milchquote. Man muss eben nur die Verbraucher bei Laune halten.

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