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Weser-Kurier: Zur CDU-Parteireform schreibt Norbert Holst:

Bremen (ots) - Stark auf dem Land, schwach in der Stadt. Für die CDU gilt diese Formel immer mehr. Jetzt verordnen sich die Christdemokraten eine Parteireform - die CDU soll jünger werden, weiblicher, bunter. Näher bei Singles, Alleinerziehenden und Menschen mit Migrationshintergrund. Die Volkspartei soll ran ans Volk. Die Pläne von CDU-General Peter Tauber sind aber auch ein Akt der Verzweiflung. Tausende Mitglieder sind der Partei weggelaufen, der Altersdurchschnitt liegt bei über 60, mit der AfD hat sich eine neue Konkurrenz etabliert. Nun muss in Düsseldorf auch noch der CDU-OB den Chefsessel räumen. Nur noch in drei der 20 größten Städte Deutschlands hat ein Christdemokrat das Sagen. Und doch wird es eine Reform an Haupt und Gliedern bei der CDU nicht geben. Schon warnt die rheinland-pfälzische Landeschefin Julia Klöckner, dass Deutschland nicht nur aus "Latte-Macchiato-Bistros" bestehe. Vielen Konservativen an der Basis geht die von Parteichefin Angela Merkel eingeleitete Modernisierung jetzt schon zu weit. Atomausstieg, Mindestlohn, Wehrpflicht - die CDU hat sich fundamental gewandelt. Sie ist aber auch konturloser geworden. Eine Parteireform nach dem Motto jünger, weiblicher und bunter wirkt da eher wie ein Placebo.

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