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Weser-Kurier: Zu Behandlungsfehlern schreibt Alexander Pitz:

Bremen (ots) - Es gibt nützliche und unnütze Statistiken zu allen möglichen und unmöglichen Dingen - besonders im Gesundheitswesen. Egal ob Zeckenbisse, Knochenbrüche, Schnupfen oder Haarausfall: Alles wird erfasst und sorgfältig dokumentiert. Schließlich könnten sich ja doch vielleicht irgendwelche wertvollen Erkenntnisse daraus ableiten lassen. Was aber die Behandlungsfehler der Ärzte in Deutschland anbelangt, dazu gibt es keine wirklich aussagekräftigen Zahlen. Der Medizinische Dienst der Krankenkassen legt alljährlich eine Auswertung vor, die Gutachter der Ärztekammern erstellen ihre eigene. Und freilich kommen sie zu ganz unterschiedlichen Ergebnissen. Wie viele einschlägige Fälle vor Gericht landen, wird dabei überhaupt nicht erfasst. Dementsprechend lassen sich nur Mutmaßungen darüber anstellen, wie hoch die Zahl der Kunstfehler wirklich ist. Schätzungen des Gesundheitsministeriums reichen von 40000 bis 170000 pro Jahr. Die Bundesregierung sollte endlich die gesetzliche Grundlage schaffen, um diese selbstverordnete Ahnungslosigkeit zu beenden. Für die Patienten wären belastbare und detaillierte Informationen über Behandlungsfehler von unschätzbarem Wert bei der Wahl der Klinik, in die sie sich begeben wollen.

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