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16.04.2019 – 12:56

Gesellschaft für bedrohte Völker e.V.

Wahlen in Indonesien (17.4.): Religiöse Minderheiten sind schon jetzt die großen Verlierer der Wahlen

Vor den morgigen Wahlen in Indonesien warnt die Gesellschaft für bedrohte Völker vor einer Verschlechterung der Lage religiöser Minderheiten. Der amtierende Staatspräsidenten Joko Widodo biederte sich im Wahlkampf verstärkt bei konservativen Wählern an und machte den muslimischen Hardliner Ma'ruf Amin zu seinem designierten Stellvertreter. Dieser ist für seine Fatwas gegen liberale und andersdenkende Indonesier berüchtigt und will Minderheiten den Bau religiöser Stätten erschweren. Widodos stärkster Konkurrent wird im Wahlkampf offen von extremistischen Islamisten unterstützt.

Am morgigen Mittwoch werden in Indonesien ein neues Parlament und der Staatspräsident gewählt. Vor den Wahlen warnt die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) vor einer Verschlechterung der Lage religiöser Minderheiten. "Favorit Joko Widodo setzt auf die Zusammenarbeit mit sunnitischen Hardlinern. Darum sind schon vor dem Urnengang die Islamisten die großen Gewinner - Christen, Ahmadiyyah, Schiiten, Hindu und Bahai'i werden dagegen noch mehr Intoleranz und Ausgrenzung erleben", erklärte der GfbV-Direktor Ulrich Delius am Dienstag in Göttingen.

Bedrängte Christen und Ahmadiyyah zeigten sich vor allem vom amtierenden Staatspräsidenten Joko Widodo enttäuscht, erklärte die GfbV. Vor fünf Jahren als Bürgerpräsident und Befürworter einer aktiven Zivilgesellschaft gewählt, biederte er sich im Wahlkampf verstärkt bei konservativen, muslimischen Wählern an. So ernannte er den konservativen Gelehrten und muslimischen Hardliner Ma'ruf Amin als Kandidaten zum stellvertretenden Staatspräsidenten. Der Vorsitzende des nationalen Rates der Ulemas, einer einflussreichen klerikalen Organisation, ist für seine Fatwas gegen liberale und andersdenkende Indonesier berüchtigt. Zudem will er den Bau religiöser Stätten für Minderheiten erschweren.

Der amtierende Präsident brach kürzlich zu einer Pilgerreise nach Mekka in Saudi-Arabien auf, um konservative Wähler zu gewinnen. "Widodo bahnt im größten muslimischen Staat der Welt einer schleichenden Islamisierung den Weg", warnt Delius. Der Islam werde immer mehr zur Staatsreligion, obwohl die offizielle Staatsdoktrin Pancasila die fünf Religionen Islam, Christentum, Hinduismus, Konfuzianismus und Buddhismus als gleichberechtigt ansieht.

Widodos stärkster Konkurrent ist Prabowo Subianto, früherer Armeegeneral und ehemaliger Schwiegersohn des Diktators Suharto. Er wird im Wahlkampf offen von extremistischen Islamisten unterstützt. Sie hatten Ende 2016 mit Massenprotesten dafür gesorgt, dass der liberale christliche Politiker Basuki Tjahaja Ahok Purnama wegen angeblicher Blasphemie zu einer zweijährigen Haftstrafe verurteilt wurde.

Ulrich Delius ist zu erreichen unter u.delius@gfbv.de oder 0160/95671403

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