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11.10.2017 – 11:01

ARD ZDF

ARD/ZDF-Onlinestudie 2017: Neun von zehn Deutschen online
Bewegtbild insgesamt stagniert, während Streamingdienste zunehmen - im Vergleich zu klassischem Fernsehen jedoch eine geringe Rolle spielen

ARD/ZDF-Onlinestudie 2017: Neun von zehn Deutschen online / Bewegtbild insgesamt stagniert, während Streamingdienste zunehmen - im Vergleich zu klassischem Fernsehen jedoch eine geringe Rolle spielen
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Hamburg/Mainz (ots)

Die Internetnutzung nimmt weiter zu: sowohl nach Personen als auch 
nach Nutzungszeit. Nicht zuletzt, weil die Internetnutzer im Jahr 
2017 erstmals über konkrete Tätigkeiten und nicht mittels einer 
pauschalen Abfrage ermittelt werden. Darüber hinaus wurde nach Sehen,
Hören und Lesen von Inhalten differenziert, um auch zukünftige 
Erhebungen methodisch stabil zu gewährleisten. Die Gesamtreichweite 
für Onlinevideos stagniert, während vor allem die Streamingdienste 
steigende Nutzung verzeichnen. Zu diesen zentralen Ergebnissen kommt 
die ARD/ZDF-Onlinestudie 2017, die erstmals im Rahmen der 
Studienreihe "Medien und ihr Publikum (MiP)" im Auftrag der 
ARD/ZDF-Medienkommission durchgeführt wurde.

In diesem Jahr sind 62,4 Millionen Menschen der deutschsprachigen 
Bevölkerung ab 14 Jahren online, dies entspricht einem Anteil von 
89,8 Prozent. Die Steigerung liegt bei 4,4 Millionen bzw. sechs 
Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr, was unter anderem auf die 
geänderte Abfrage zurückzuführen ist: Ein WhatsApp-Nutzer versteht 
sich nicht unbedingt als Internetnutzer. Durch das gezielte Fragen 
nach Tätigkeiten wird die präzise Zuordnung erleichtert. Täglich sind
rund 72 Prozent bzw. 50,2 Millionen Menschen online. 
Das Internet als Verbreitungs- und Contentplattform macht eine 
Unterscheidung nach Mediengattungen wie Radio, Fernsehen, Print und 
Internet zunehmend unmöglich. Aus diesem Grund wurde 2017 die 
Nutzungsdauer auf Basis des Tagesablaufs erstmals nach der konkreten 
Mediennutzung in den Feldern Sehen, Hören und Lesen von Inhalten 
differenziert. Von insgesamt 149 Minuten (knapp 2,5 Stunden) 
täglicher Internetnutzung wird eine dreiviertel Stunde für 
Mediennutzung aufgewendet. Rund eine Stunde Zeit wird mit 
Individualkommunikation, die meiste Zeit jedoch mit sonstiger 
Internetnutzung verbracht. Bei den 14- bis 29-Jährigen entfällt 2017 
die meiste Zeit auf mediale Inhalte.

Der Intendant des Hessischen Rundfunks und Vorsitzende der 
ARD/ZDF-Medienkommission Manfred Krupp ordnet die Ergebnisse ein: 
"Die jüngste Altersgruppe nutzt täglich fast zwei Stunden lang 
mediale Inhalte im Netz, die 30- bis 49-Jährigen immerhin fast eine 
Stunde. Wer für diese Generationen relevant bleiben will, muss ihnen 
attraktive Informations- und Unterhaltungsangebote auf ihren 
Plattformen machen - und dabei inhaltlich und gestalterisch mit den 
Erwartungen des Publikums und den Standards des Marktes Schritt 
halten."

Der ZDF-Intendant und stellvertretende Vorsitzende der 
ARD/ZDF-Medienkommission Dr. Thomas Bellut: "Die Nutzung der 
ZDFmediathek nimmt kontinuierlich zu, seit unserem Relaunch vor einem
Jahr noch deutlicher. Auch wenn die Zuschauerzahlen des klassischen 
Fernsehprogramms derzeit noch klar vorne liegen, ist die Mediathek 
essenziell wichtig, um die ganze Gesellschaft auch in Zukunft zu 
erreichen. Dies bestätigen die aktuellen Ergebnisse der 
ARD/ZDF-Onlinestudie."

Nach Nutzungshäufigkeit, die sich in der wöchentlichen Reichweite in 
Prozent ausdrückt, konnte sich die Audionutzung im Internet um 13 
Prozentpunkte auf 46 Prozent steigern. Dies ist vor allem auf die 
Musik-Streamingdienste zurückzuführen, die alleine um neun 
Prozentpunkte auf 19 Prozent zulegten. Gleichzeitig erfährt aber auch
das Radiohören online (Simulcast) einen Zuwachs. 

Die Reichweite für das Online-Bewegtbild stagniert, wenn man alle 
Ausspielwege zusammennimmt. Die meisten Anwendungen, wie 
Videoportale, allen voran YouTube, Mediatheken der Fernsehsender oder
Facebook, können ihre Bedeutung gegenüber dem Vorjahr nicht weiter 
steigern. Trotzdem werden Fernsehsendungen im Netz beliebter, und die
Reichweite der kostenpflichtigen Video-Streamingdienste steigt 
deutlich an. Bei 14- bis 29-Jährigen sind bei amerikanischen oder 
internationalen Filmen und Serien leichte Verschiebungen hin zu 
Streamingdiensten wie Amazon Prime und Netflix festzustellen, die vor
allem mit den privaten Fernsehanbietern im Bereich Fiktion 
konkurrieren. Im Vergleich zum klassischen Fernsehen spielen jedoch 
die Streamingdienste in der Gesamtbevölkerung eine geringe Rolle.

Die ARD/ZDF-Onlinestudie 2017 wurde erstmals im Rahmen der 
"Studienreihe Medien und ihr Publikum (MiP)" realisiert. Die 
Ergebnisse basieren auf dem fusionierten Datensatz der Neukonzeption,
wobei der Kerndatenbestand im Jahr 2017 auf einer repräsentativen 
Dual-Frame-Stichprobe von insgesamt 2017 deutschsprechenden Personen 
ab 14 Jahren in Deutschland basiert. Die Feldarbeit wurde vom 
Institut GfK MCR durchgeführt und dauerte von Ende Januar bis Mitte 
April 2017. Eine ausführliche Analyse der Daten ist in der neuesten 
Ausgabe der Fachzeitschrift "Media Perspektiven" (Heft 9/2017) 
dokumentiert und unter www.ard-zdf-onlinestudie.de abrufbar. 

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Frankfurt / Mainz 11. Oktober 2017

 

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