Warum viele Unternehmenswebsites 2026 nur da sind, während andere längst verkaufen - Vermarktungsexperte Teo Hentzschel von Sinn und System im Interview
Schwäbisch Gmünd (ots)
Websites gelten in vielen kleinen und mittelständischen Unternehmen noch immer als digitale Visitenkarte. Sie sollen seriös aussehen, Vertrauen ausstrahlen und auffindbar sein. Doch genau dieser Anspruch reicht längst nicht mehr aus. Wer seine Website heute nur als Schaufenster begreift, verschenkt Zeit, Umsatz und wertvolle Kundenkontakte.
Teo Hentzschel, Gründer von Sinn und System, begleitet Unternehmen dabei, ihre Website als aktiven Bestandteil von Vertrieb, Service und internen Prozessen zu denken. Im Gespräch erklärt er, warum viele Firmen nur einen Bruchteil des Potenzials nutzen und was 2026 über Erfolg oder Stillstand entscheidet.
Herr Hentzschel, Sie sagen oft, Unternehmen nutzen nur etwa 20 Prozent des Potenzials ihrer Website. Warum ist das so?
"Weil Webdesign jahrelang falsch verstanden wurde. Viele Unternehmen glauben, wenn die Website modern aussieht, ist der Job erledigt. In Wahrheit beginnt die Arbeit dann erst. Eine Website ist kein Kunstobjekt, sondern ein Werkzeug. Und Werkzeuge müssen arbeiten."
Er beobachtet, dass sich viele Anbieter stark an Wettbewerbern orientieren. Seiten sehen sich ähnlich, Texte klingen gleich, Strukturen werden kopiert.
"Das Ergebnis ist Austauschbarkeit. Und Austauschbarkeit ist im Vertrieb immer ein Problem."
Was ist aus Ihrer Sicht der häufigste Fehler gleich zu Beginn einer Website?
"Die ersten fünf Sekunden werden verschenkt."
Hentzschel wird an dieser Stelle sehr konkret.
"Menschen kommen mit einem Problem auf eine Website. Und was lesen sie? Willkommen. Wir sind Experten. Kostenloses Erstgespräch sichern. So spricht kein Mensch in einem echten Verkaufsgespräch."
Stattdessen müsse sofort klar sein, für wen das Angebot gedacht ist, welches Ergebnis realistisch ist und welches Problem konkret gelöst wird.
"Wenn das nicht im ersten sichtbaren Bereich passiert, wird der Rest der Website oft gar nicht mehr wahrgenommen."
Sie sprechen oft davon, dass Websites heute verkaufen sollen wie ein guter Mitarbeiter. Was meinen Sie damit?
"Ein guter Verkäufer hört zu, stellt Fragen, erklärt, sortiert vor und baut Vertrauen auf. Genau das sollte eine Website ebenfalls leisten."
Das bedeute nicht, aggressiv zu verkaufen. Sondern Orientierung zu geben.
"Der Besucher muss das Gefühl haben: Hier versteht mich jemand. Hier werde ich nicht gedrängt, sondern geführt."
Viele Unternehmen klagen über schlechte Leads oder überlastete Vertriebsteams. Hat das wirklich mit der Website zu tun?
"Sehr oft, ja."
Hentzschel beschreibt ein bekanntes Muster. Anfragen kommen rein, werden aber zu spät oder unsystematisch bearbeitet.
"Die höchste Abschlusswahrscheinlichkeit liegt direkt nach der Anfrage. Trotzdem warten viele Unternehmen 24 oder 48 Stunden."
Hier setzen Automatisierungen an. Nicht als Ersatz für Vertrieb, sondern als Unterstützung.
"Wir sorgen dafür, dass Leads sofort aufgefangen werden, vorqualifiziert sind und nicht einfach im Tagesgeschäft untergehen."
Kritiker sagen, Automatisierung und KI wirken unpersönlich. Wie sehen Sie das?
Hentzschel schüttelt den Kopf.
"Das ist ein Missverständnis. Kunden wollen nicht zwingend einen Menschen. Sie wollen Verlässlichkeit und Erreichbarkeit."
Er bringt ein Beispiel aus dem Alltag. Zahnarzt, Tierarzt, Dienstleister.
"Wie oft ruft man an, wenn ständig besetzt ist? Zweimal vielleicht. Ein drittes Mal nicht mehr!"
KI-gestützte Assistenten können genau hier helfen. Fragen aufnehmen, Informationen liefern, Termine vorbereiten.
"Der persönliche Kontakt verschwindet nicht. Er wird besser vorbereitet."
Sie arbeiten viel mit interaktiven Elementen auf Websites. Warum ist das so wichtig?
"Interaktivität zwingt zur Auseinandersetzung."
Statt passiv zu lesen, trifft der Nutzer Entscheidungen, klickt, wählt aus.
"Das erhöht nicht nur die Verweildauer, sondern auch die emotionale Bindung."
Gleichzeitig profitiere auch die Sichtbarkeit.
"Suchmaschinen erkennen, ob Inhalte relevant sind. Und Relevanz zeigt sich darin, ob Menschen sich wirklich mit einer Seite beschäftigen."
Sie empfehlen Unternehmen, Inhalte kostenlos herauszugeben. Ist das nicht riskant?
"Im Gegenteil."
Hentzschel vergleicht es mit einem Filmtrailer.
"Die besten Szenen sind kostenlos. Der Mehrwert überzeugt, nicht das Versprechen."
Ein guter Lead Magnet löse bereits ein Teilproblem.
"Wenn der Ansatz überzeugt, entsteht Vertrauen. Und Vertrauen ist die Grundlage jeder Kaufentscheidung."
Viele KMU arbeiten mit großen Standardsoftwarelösungen. Wann stößt das an Grenzen?
"Wenn Prozesse sich der Software anpassen müssen und nicht umgekehrt."
Hentzschel warnt davor, kleine Unternehmen unnötig komplex zu machen.
"Ein KMU muss beweglich bleiben. Kein Öltanker werden."
Individuelle Automatisierungen oder schlanke Custom Lösungen seien oft effizienter.
"Nicht alles, was groß ist, ist sinnvoll."
Ein neues Thema ist die Auffindbarkeit in KI-Suchsystemen. Was bedeutet das konkret?
"Websites sprechen heute nicht mehr nur zu Menschen und Google, sondern auch zu KI-Systemen."
Wer klar strukturiert, Fragen beantwortet und Probleme verständlich erklärt, wird häufiger in KI Antworten berücksichtigt.
"Marketing Floskeln helfen da niemandem."
Und dann gibt es noch das Thema Barrierefreiheit. Viele Unternehmen schieben es vor sich her.
"Das ist riskant."
Hentzschel spricht es nüchtern an.
"Barrierefreiheit wird zum Pflichtfaktor. Und wer es ignoriert, riskiert Abmahnungen."
Gleichzeitig sei es eine Chance.
"Barrierefreie Websites sind oft strukturierter, klarer und nutzerfreundlicher. Davon profitieren alle."
Blick nach vorn: Wie sieht eine zukunftsfähige Unternehmenswebsite 2026 aus?
"Sie ist konsequent kundenzentriert."
Hentzschel glaubt, dass sich Interfaces weiter verändern werden. Vielleicht weniger grafisch, vielleicht dialogorientierter. Entscheidend sei etwas anderes.
"Unternehmen müssen verstehen, dass ihre Website ein aktiver Teil ihres Geschäfts ist."
Viele seien zufrieden, wenn sie online präsent sind.
"Dabei ahnen sie nicht, wie viel Umsatz, Zeit und Effizienz sie liegen lassen."
Fazit
Websites entscheiden heute nicht mehr nur über Sichtbarkeit, sondern über Prozesse, Geschwindigkeit und Qualität im Vertrieb. Unternehmen, die ihre Website als System denken, schaffen klare Vorteile gegenüber Wettbewerbern, die beim Schaufenster stehen bleiben.
Oder wie Teo Hentzschel es zusammenfasst:
"Minimierte Reibung führt zu maximalem Mehrwert. Genau darum geht es."
Wer als Unternehmer wissen möchte, ob die eigene Website verkauft oder nur existiert, sollte genau hinschauen. Sinn und System bietet strukturierte Website- und Systemanalysen an, die aufzeigen, wo Potenzial verloren geht und welche Stellschrauben wirklich Wirkung haben. Ein erster Schritt ist oft genug, um den Unterschied zu erkennen.
Weiterführende Informationen finden Sie unter www.sinnundsystem.de.
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