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Landesgartenschau Neuss 2026

Warum werden Wiesen im Sommer braun?

Warum werden Wiesen im Sommer braun?
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Grünflächenpflege bei der Landesgartenschau Neuss 2026: Warum braune Wiesen im Sommer ein Zeichen von Natur und kein Mangel sind

Wenn die Temperaturen steigen und der Sommer sich von seiner heißesten und trockensten Seite zeigt, verändern sich die Parks und auch die Ausstellungsfläche der Landesgartenschau in Neuss. Oft prägen gelb-braune Rasenflächen das Wiesenbild statt sattem Grün. Ein brauner Rasen ist im Sommer jedoch kein Zeichen von schlechter Pflege, sondern eine intelligente Überlebensstrategie der Natur.

Artenreiche Wiesenweite

Mit der Landesgartenschau in Neuss entstand auf dem Gelände der ehemaligen Pferderennbahn ein neuer Park mit über 2200 neuen Bäumen, hunderten Sträuchern und mehr als einem Kilometer Hecken. Auf einer Fläche von rund 18 Fußballfeldern wurden blüh- und artenreiche Wiesen gesät, die mittels Mahdgutübertragung besonders wertvoll für die Biodiversität gemacht wurden und einen vielfältigen Lebensraum für heimische Pflanzen und Tiere bieten.

Gemeinsam mit der Biologischen Station im Rhein-Kreis Neuss e. V. wurden diese Wiesen und naturnah gestaltete Sanddünen angelegt, die charakteristische Landschaften und Pflanzengesellschaften des Niederrheins erlebbar machen. Das verwendete Saatgut stammt aus artenreichen Rhein-Mähwiesen im Rhein-Kreis Neuss und wurde von der Biologischen Station durch Beerntung gewonnen. Aus diesem regionalen Saatgut wurden zudem rund 1500 Pflanzen besonders prägender Wiesenarten vorgezogen und im Herbst 2025 und Frühjahr 2026 in die Flächen gepflanzt.

Wiesen in Blau, Gelb und Weiß

Durch die Einsaat und gezielte Pflanzungen wurden Mähwiesen mit unterschiedlichen Farbschwerpunkten in Blau, Gelb und Weiß geschaffen. Auf der südwestlichen, gelb blühenden Wiese setzen unter anderem Wiesen-Schlüsselblume, Scharfer Hahnenfuß, Wiesen-Pippau, Horn-Schotenklee und Orientalischer Bocksbart farbliche Akzente. Die blaue Wiese wird durch Wiesen-Salbei, Wiesen-Witwenblume, Wiesen-Skabiose, Rapunzel-Glockenblume, Gewöhnlichen Günsel und Echte Ochsenzunge geprägt. In den weißen Wiesenwolken finden sich vor allem Wiesen-Margerite, Wiesen-Labkraut, Weiße Lichtnelke und Schmalblättriger Spitzwegerich. Im Nordosten des Geländes liegt ein besonderer Schwerpunkt auf der Vielfalt heimischer Gräser. Hier wurden zwölf verschiedene Grasarten eingesät – vom Gewöhnlichen Glatthafer über Ruch- und Kammgras bis hin zur Sparrigen Segge.

Pflanzenvielfalt schafft Lebensräume

Eine große Vielfalt an Pflanzen bildet die Grundlage für eine ebenso vielfältige Tierwelt. Viele Insekten sind auf bestimmte Pflanzenarten angewiesen. Die Knautien-Sandbiene benötigt beispielsweise den Pollen von Witwenblumen und Skabiosen als Nahrung für ihre Larven. Andere Wildbienen sammeln bevorzugt Pollen an Glockenblumen. Auch die Raupen verschiedener Schmetterlingsarten sind auf bestimmte Futterpflanzen wie Horn-Schotenklee oder verschiedene Gräser spezialisiert. Je vielfältiger die Pflanzenwelt ist, desto mehr Nahrung, Schutz und Fortpflanzungsmöglichkeiten finden Wildbienen, Schmetterlinge, Käfer und andere Tiere.

Lebendige Wiesen verändern sich

Wie sich die einzelnen Wiesen in den kommenden Jahren entwickeln, hängt von den jeweiligen Standortbedingungen und der Pflege ab. Bodenart, Nährstoff- und Feuchteverhältnisse, Klima sowie Zeitpunkt und Häufigkeit der Mahd beeinflussen, welche Pflanzen sich langfristig durchsetzen. Die Wiesen werden sich deshalb unterschiedlich entwickeln und im Laufe der Jahreszeiten immer neue Blühaspekte zeigen. Damit werden sie zugleich zu einem sichtbaren Abbild ihrer jeweiligen Umweltbedingungen.

Warum Wiesen im Sommer braun werden

Fällt über Wochen hinweg zu wenig Regen und klettern die Temperaturen nach oben, reagieren Gräser auf den Wassermangel. Um nicht zu vertrocknen, schalten sie in eine Art Sommerruhe, die sogenannte Dormanz. Dabei gehen sie in einen Wassersparmodus: Die Pflanze stellt das Wachstum oberirdisch ein und zieht Energie in die Wurzeln zurück. Die Halme verfärben sich braun und scheinen tot zu sein, doch das Wurzelsystem im Boden lebt. Sobald ergiebiger Regen fällt oder die Temperaturen sinken, ergrünt die Fläche innerhalb weniger Tage wieder von selbst.

Das gilt bei Hitze: Angepasste Pflege auf der Landesgartenschau

Um die empfindlichen Böden und Pflanzen während Hitzeperioden zu schützen, gilt auf Gartenschauen ein an die Wetterlage angepasstes Pflegekonzept:

In größerer Höhe mähen: Rasenflächen werden bei Hitze seltener und vor allem höher gemäht. Das schattet den Boden ab, schützt die Gräserwurzeln vor direkter Austrocknung und hält Restfeuchtigkeit im Erdreich.

Gezieltes Bewässern: Es wird nicht in der prallen Mittagssonne gegossen, da das Wasser sonst verdunstet, bevor es die Wurzeln erreicht. Bewässert wird ausschließlich in den frühen Morgen- oder späten Abendstunden.

Fokus auf Jungpflanzen: Wasserressourcen werden sparsam und effizient eingesetzt. Statt kompletter Rasenflächen stehen frisch gesetzte Stauden, Bäume und florale Highlights im Fokus der Bewässerung.

Bewässerung in Zahlen

2200 Bäume werden zweimal pro Woche mit je rund 80 Litern gewässert, 5000 m² Sträucher einmal in der Woche mit 80 Litern pro Quadratmeter, 3540 m² Wechselflorbeete viermal die Woche mit 30 Litern pro Quadratmeter, 2750 m² Staudenflächen im Gartenland zweimal die Woche mit 30 Litern pro Quadratmeter, 3960 m² Staudenflächen im Rennbahnbereich zweimal die Woche mit 30 Litern pro Quadratmeter. Insgesamt kommen so mehr als 1600 Kubikmeter Wasser pro Woche zusammen. Das entspricht ungefähr dem Volumen von zwei bis drei Einfamilienhäusern.

Ein nachhaltiger Kreislauf: Das Wasser wird über zehn Brunnen auf dem Gelände – zwei im Gartenland, sechs im Rennbahnbereich, zwei im Kulturanger – dem Grundwasser entnommen und diesem durch das Bewässern wieder zugeführt.

Die Landesgartenschau in Neuss läuft noch bis zum 11. Oktober 2026. Besucher sind dazu eingeladen, diese natürliche Dynamik vor Ort zu beobachten und zu verstehen, dass ein nachhaltiger Umgang mit Ressourcen und der Natur wichtiger Bestandteil auch und insbesondere der Grünflächenpflege ist.

Weiterführende Links:

Alle Veranstaltungen rund um die Landesgartenschau Neuss 2026: www.landesgartenschau-neuss.de/veranstaltungen

Informationen rund um den Besuch der Landesgartenschau Neuss 2026: https://www.landesgartenschau-neuss.de/besuchen

Informationen zum barrierefreien Besuch / „Reisen für Alle“: https://www.landesgartenschau-neuss.de/besuchen/barrierefreier-besuch

Tickets zur Landesgartenschau Neuss 2026: https://www.landesgartenschau-neuss.de/tickets

Presseinformationen zur Landesgartenschau Neuss 2026: https://www.landesgartenschau-neuss.de/presse

Pressestelle der Landesgartenschau Neuss 2026 GmbH:

Monika Steuten I Katja Feller

Tel: 02131 75114-60

E-Mail: presse@landesgartenschau-neuss.de

Landesgartenschau Neuss 2026 GmbH
An der Münze 7‑9 | 41460 Neuss

www.landesgartenschau-neuss.de

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