bpa - Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V.
Kösling zur Pflegepolitik: "Wir brauchen Zeit für Menschen, nicht für Formulare."
bpa fordert bei Politikerdialog schnelle Maßnahmen zur Entlastung der Pflegeeinrichtungen nach der Landtagswahl
Magdeburg (ots)
Im Dialog mit Vertreterinnen und Vertretern der Landespolitik hat der Bundesverband privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa) schnelle Maßnahmen zur Entlastung der Pflegeeinrichtungen in Sachsen-Anhalt gefordert. "Wir brauchen Zeit für Menschen, nicht für Formulare", sagte die bpa-Landesvorsitzende Sabine Kösling.
Vertreterinnen und Vertreter von CDU, SPD, Grüne, Linke, BSW, FDP und Freie Wähler waren nach Magdeburg gekommen, um mit den Betreiberinnen und Betreibern von Pflegeeinrichtungen zu diskutieren. Dabei war die Botschaft aus der Praxis deutlich: Die nächste Landesregierung muss nicht auf die Bundespolitik warten, sondern sofort im Land aktiv werden.
"Rahmenbedingungen für die Ausbildung, für die Harmonisierung von Prüfungen oder auch für die schnelle Auszahlung der Hilfe zur Pflege werden im Land gesetzt. In diesen Bereichen muss zügig etwas passieren."
Kösling machte aber auch klar: Nur mit einer wirksamen Personalsicherung ist es möglich, die pflegerische Versorgung in Sachsen-Anhalt aufrechtzuerhalten.
"Wir brauchen inländischen Nachwuchs, aber vor allem auch Zuwanderung in großem Umfang. Die gut ausgebildeten internationalen Pflegekräfte, beispielsweise aus Asien, werden von Debatten über Abschiebungen abgeschreckt und gehen dann einfach nach England oder in die Schweiz. Nur mit einer Rückbesinnung auf die Familie lassen sich Pflegebedürftige nicht versorgen."
In den Pflegeeinrichtungen sei eine Willkommenskultur inzwischen selbstverständlich, weil nur internationale Kolleginnen und Kollegen wirklich dazu beitragen könnten, die Arbeitsverdichtung der vorhandenen Teams zu reduzieren. "Aber diese Menschen wollen sich bei uns im Land nicht nur während der Arbeit, sondern rund um die Uhr erwünscht und willkommen fühlen. Dafür müssen wir als Gesellschaft insgesamt ein Zeichen setzen."
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