VDI Verein Deutscher Ingenieure

Politik hat keine Strategie für Technische Bildung
VDI-Umfrage bei den großen Parteien im Bundestag zu den Themen Energie, Ressourceneffizienz und technische Bildung in Schulen

Düsseldorf (ots) - Im Vorfeld der Bundestagswahlen hat der VDI Verein Deutscher Ingenieure die im Bundestag vertretenden Parteien zu ihren Positionen und Programmen zu den Themen Energie, Ressourceneffizienz und technische Allgemeinbildung befragt. Deutliche Unterschiede bei den Antworten zeigen sich fast nur bei den Themen Energie und Einsatz fossiler Kraftwerke. Bei der Ressourceneffizienz haben die Parteien ähnliche Ansätze und Programme, wie der Rohstoffverbrauch in Deutschland optimiert werden kann. Dazu gehören Rohstoffkonzepte, Recyclingquoten, Rohstoffpartnerschaften oder Förderabgaben.

Das Thema technische Allgemeinbildung wälzen die meisten Parteien mit Verweis auf das föderalistische System auf die Bundesländer ab. VDI-Präsident Prof. Udo Ungeheuer: "Die Parteien schätzen den Stellenwert technischer Bildung im Schulunterricht zwar hoch ein, aber eine Strategie für technische Allgemeinbildung für alle Schulformen und in allen Schulstufen hat keiner." Der Verweis, dass sei Sache der Länder, führe nicht weiter, denn technische Allgemeinbildung werde von den Ländern unzureichend gestaltet. "Die Bundespolitik sollte nach Möglichkeiten suchen, die Kultusminister aller Länder zu einer gemeinsamen Strategie für technische Allgemeinbildung zu ermutigen", so der VDI-Präsident. Darüber hinaus müsse auch die duale Ausbildung im internationalen Vergleich gestärkt werden.

Die Antworten der Parteien zum Thema Energie bewertet Ungeheuer kritisch. "Ich begrüße es, dass alle Parteien einerseits den Ausbau erneuerbarer Energien weiter fördern wollen, aber auch erkannt haben, dass das EEG umgestaltet werden muss. Andererseits brauchen wir für die Versorgungssicherheit und wettbewerbsfähige Strompreise fossile Gas- und Kohlekraftwerke. Die Pläne von Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke, keine neuen Kohlekraftwerke mehr zu bauen und komplett aus der Kohleverstromung auszusteigen, sind kontraproduktiv." Vielmehr müssten ineffiziente Kraftwerke durch neue ersetzt werden.

Bei der Ressourceneffzienz fordert der VDI-Präsident eine Entkopplung von Wirtschaftswachstum und Ressourcenverbrauch. "Positiv ist", so Ungeheuer mit Blick auf die Umfrageergebnisse, "dass die meisten Parteien erkannt haben, dass Ressourceneffizienz eine Chance für Unternehmen darstellt, ihre Wettbewerbsfähigkeit durch eine Senkung der Kosten und eine Verringerung der Rohstoffabhängigkeit zu steigern. Die deutsche Wirtschaft braucht Rohstoffe, um ihren Erfolgskurs fortzusetzten und so Wachstum und Arbeitsplätze zu sichern."

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