Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.
Soziale Vermieter: Wir brauchen einen „Hamburg-Standard“ für die Sanierung von Wohngebäuden
50/2026
Hamburg. Angesichts gestiegener Baukosten und hoher Zinsen haben die sozialen Vermieter Hamburgs einen „Hamburg-Standard“ für die Sanierung von Wohngebäuden angemahnt.
„Der allergrößte Teil der Wohngebäude in Hamburg sind Bestandsgebäude und muss saniert werden, damit im Jahr 2040 Klimaneutralität erreicht wird“, sagt Andreas Breitner, Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW). „Bislang gilt der Hamburg-Standard für Neubauten. Jetzt ist es notwendig, entsprechende Regelungen für die Sanierung und Modernisierung zu erarbeiten und umzusetzen.“
In den vergangenen Jahren seien die Investitionen der VNW-Unternehmen in den Bestand kontinuierlich gestiegen, so der VNW-Direktor. In diesem Jahr seien Investitionen in Höhe von rund 480 Millionen Euro geplant. Das seien rund 80 Millionen Euro mehr als im Jahr zuvor. Parallel dazu seien Investitionen in den Neubau in Höhe von 440 Millionen Euro geplant – fast 80 Millionen Euro weniger als 2025.
„Wir erleben seit Jahren einen Anstieg der Investitionen in den Bestand zu Lasten der Investitionen in den Neubau“, sagt VNW-Direktor Andreas Breitner. „Das spiegelt die gestiegenen Anforderungen der Energiewende wider.“ In diesem Zusammenhang sprach sich der VNW-Direktor gegen eine Verschärfung des Mietrechts aus. „Ein Mietendeckel würde notwendige Investitionen in die Energiewende massiv erschweren oder ganz verhindern."
Marko Lohmann, Vorstand der Gemeinnützigen Baugenossenschaft Bergedorf-Bille eG, verwies auf die sinnvollen Regelungen beim Hamburg-Standard, die das Bauen günstiger machen sollen. „Wir sind guter Hoffnung, dass dadurch die Baukosten in Hamburg reduziert werden können. Dass am Ende die Kosten von derzeit rund 4500 Euro pro Quadratmeter auf 3000 Euro gesenkt werden können, wie Senatorin Karen Pein es erhofft, ist Aufgabe aller Beteiligten. Wir müssen jede Möglichkeit, Kosten zu senken, nutzen.“
Auch Marko Lohmann hält es für unverzichtbar, für die Sanierung von Wohngebäuden einen entsprechenden Standard zu entwickeln. „Wir sind bei der Sanierung mit erheblich gestiegenen Preisen konfrontiert“, sagt der Genossenschaftsvorstand. „Hier trifft uns die Entwicklung noch stärker als beim Neubau, da Erhalt und Modernisierung unserer Wohngebäude in den Mittelpunkt rücken, wenn wir die ambitionierten Klimaschutzziele erreichen wollen.“
Peter Kay, Vorstand der Baugenossenschaft freier Gewerkschafter eG, verwies darauf, dass die Rohbaukosten Neubau derzeit fast unmöglich machten. „Wir erleben eine ungebremste Entwicklung nach oben. Als Genossenschaft stehen wir für bezahlbaren Wohnraum, den wir bei diesen Neubaukosten nur noch schwer garantieren können.“
In diesem Zusammenhang verwies der Genossenschaftsvorstand auf die umfassenden Mietrechtsregelungen, die zu einer „Versteinerung des Mietmarktes“ geführt haben. „Wir erleben, dass Mieterinnen und Mieter mit alten Mietverträgen kaum mehr umziehen, weil es für sie teurer wird“, sagt Peter Kay. „Mieterschutz ist unverzichtbar, führt aber in seiner aktuellen Form dazu, dass die Lage auf dem Wohnungsmarkt verschärft wird.“
Die Hamburger Zahlen
Die monatliche Nettokaltmiete bei den Hamburger VNW-Unternehmen liegt derzeit im Durchschnitt bei 7,69 Euro pro Quadratmeter. Das ist ein Anstieg gegenüber dem vergangenen Jahr um 1,05 Prozent. Im vergangenen Jahr lag die Nettokaltmiete bei 7,61 Euro. Der Durchschnittswert des Hamburger Mietenspiegels liegt bei 9,94 Euro pro Quadratmeter.
Im vergangenen Jahr wurden 1188 Wohnungen schlüsselfertig übergeben. In diesem Jahr sollen es 1810 Wohnungen sein. Die Investitionen lagen im vergangenen Jahr bei rund 1,24 Milliarden Euro. In diesem Jahr werden sie laut Plan auf rund 917 Millionen Euro sinken.
Die Investitionen in die Sanierung von Wohngebäuden sollen in diesem Jahr bei rund 478 Millionen Euro liegen. Das ist gegenüber dem vergangenen Jahr ein deutlicher Anstieg. Da lagen die Investitionen in den Bestand bei rund 397 Millionen Euro.
16/07/2026
Der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW) vertritt in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein insgesamt 496 Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften. In den von ihnen verwalteten 760.000 Wohnungen leben rund zwei Millionen Menschen. Die durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter liegt bei den VNW-Unternehmen bei 7,69 Euro. Der VNW ist der Verband der Vermieter mit Werten.
V.i.S.P.: Oliver Schirg, Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), Referat Kommunikation, Telefon: +49 40 52011 226, Mobil: +49 151 6450 2897, Mail: schirg@vnw.de