Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen e.V.
Klimaanlagen: VNW-Direktor Andreas Breitner warnt vor Hektik und Hysterie
49/2026
Schwerin/Kiel/Hamburg. VNW-Direktor Andreas Breitner hat angesichts hochsommerlicher Temperaturen in den kommenden Wochen vor Hektik und Hysterie gewarnt.
„Wer Mieterinnen und Mietern vorschlägt, sich privat mobile Klimageräte zuzulegen, handelt kurzsichtig“, sagt der Direktor des Verbands norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW). „Abgesehen davon, dass die Geräte angesichts der hohen Strompreise erhebliche Kosten verursachen, sind viele örtliche Stromnetze für den massenhaften Betrieb von Klimaanlagen nicht ausgelegt. Im schlimmsten Fall ist eine Überlastung die Folge.“
Der VNW-Direktor warnt davor, in Hektik zu verfallen. „Soziale Vermieter sind Bestandshalter und haben von ihrer DNA her ein großes Interesse an nachhaltigen und modernen Wohngebäuden. Sie investieren seit vielen Jahren in die energetische Ertüchtigung ihrer Bestände. Dazu gehört der sommerliche Wärmeschutz, der durch die Verwendung geeigneter Dämmstoffe verbessert wird.“
Wärmepumpen können heizen und kühlen
Andreas Breitner plädiert dafür, beim Einbau von Wärmepumpen nicht nur an das Heizen zu denken. „Moderne Wärmepumpen können im Winter Wärme erzeugen und im Sommer für Kühlung sorgen. Wenn eine derartige Anlage mit regenerativ erzeugtem Strom betrieben wird, spricht nichts gegen einen Einsatz als Klimaanlage, zumal Deutschland im Sommer ohnehin über ein Übermaß an Ökostrom verfügt.“
Es gehe darum, möglichst effizient auf die Herausforderungen des Klimawandels zu reagieren, sagt VNW-Direktor Andreas Breitner. „In den vergangenen zehn Jahren haben die sozialen Vermieter Norddeutschlands mehr als sechs Milliarden Euro in die energetische Sanierung ihrer Wohngebäude investiert und damit die Voraussetzungen für einen Erfolg der Energiewende geschaffen.“
Modernes Stromnetz ist unverzichtbare Voraussetzung
Es gehe darum, den Fokus auf die regenerative Erzeugung von Wärme und Strom zu richten, so der VNW-Direktor. „Zudem benötigen wir eine moderne Infrastruktur, die dem steigenden Strombedarf gerecht wird. Derzeit erleben VNW-Unternehmen, dass sie Wärmepumpen gar nicht oder nur mit erheblichem Zeitverzug anschließen können, weil die Kapazität des vorhandenen Stromnetzes nicht ausreicht.“
Die sozialen Vermieter hätten ferner stets die finanzielle Situation ihrer Mieter im Blick. „Manchmal hilft es, Klimaschutzmaßnahmen zeitlich zu strecken“, sagt VNW-Direktor Andreas Breitner. „Unseren Experten zufolge wird ein Vorziehen von Klimaneutralität von 2045 auf 2040 die Mieten zusätzlich zu den ohnehin nötigen Mietsteigerungen um mindestens einen Euro pro Quadratmeter erhöhen. So eine Steigerung brächte viele Haushalte in finanzielle Schwierigkeiten.“
Bei Neubauten ist der sommerliche Wärmeschutz inzwischen Voraussetzung für ihre Genehmigung. „Das Anlegen von Gründächern und Grünfassaden oder das Anbringen von Jalousien wird regelmäßig geprüft. Allerdings sind dabei die örtlichen Gegebenheiten zu berücksichtigen. Vor allem gilt es, auf den zu erwartenden Pflegeaufwand zu achten. Die Kosten dafür müssen nämlich die Mieter tragen.“
09/07/2026
Der Verband norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW) vertritt in Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein insgesamt 496 Wohnungsgenossenschaften und Wohnungsgesellschaften. In den von ihnen verwalteten 760.000 Wohnungen leben rund zwei Millionen Menschen. Die durchschnittliche Nettokaltmiete pro Quadratmeter liegt bei den VNW-Unternehmen bei 7,69 Euro. Der VNW ist der Verband der Vermieter mit Werten.
V.i.S.P.: Oliver Schirg, Verband Norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW), Referat Kommunikation, Telefon: +49 40 52011 226, Mobil: +49 151 6450 2897, Mail: schirg@vnw.de